Xuesong: Von Shanghai nach Paderborn

Xuesong Wen – Software Engineer aus Überzeugung

Xuesong stammt aus China und ist seit März 2013 bei der GBS in Paderborn beschäftigt. Er entschloss sich nach seinem Studium in Deutschland zu arbeiten. Im Interview erzählt der begeisterte Software Engineer von seinen Erfahrungen mit der deutschen und chinesischen Kultur.

Seit wann lebst Du in Deutschland?

Seit 2008 lebe ich nun schon in Paderborn.

Xuesong

Welcher Weg führte Dich von China nach Deutschland?

gestern Shanghai - heute Paderborn

Das war ein glücklicher Zufall. Ich habe an der Tongji-Unversität in Shanghai Wirtschaftsinformatik studiert und dort mein Masterstudium abgeschlossen. Während meines Studiums habe ich glücklicherweise Professor Nastansky von der Uni Paderborn kennengelernt. Dank seiner Hilfe bekam ich die Chance, ein Semester lang als Austauschstudent in Deutschland zu studieren. In dieser Zeit habe ich einen sehr positiven Eindruck von Deutschland bekommen, wie z.B. schöne Städte, saubere Umwelt, freundliche Kollegen. Das hat mich sehr motiviert und mich schließlich auf die Idee gebracht, nach dem Abschluss meines Masterstudiums wieder nach Deutschland zu kommen.

Xuesong

Wie verlief Dein Einstieg in den Arbeitsalltag bei GBS?

Schon vor meinem offiziellen Arbeitsbeginn, habe ich hier bei GBS Pavone etwa drei Jahre als Freiberufler neben meiner Dissertation gearbeitet. Seit langem betrachten mich die Kollegen schon als Teammitglied und ich spüre auch das Zugehörigkeitsgefühl. Darüber hinaus begeistern mich meine Aufgaben und die gesammelten Erfahrungen.

Xuesong

Welche Aufgaben hast Du übernommen?

Direkt nach meinem offiziellen Arbeitseinstieg begann für mich die Mitarbeit am GBS AppDesigner. Hier verantworte ich mittlerweile die Entwicklung des Tools zur Formulargestaltung und den Aufbau des RESTful Web Services beim GBS AppDesigner.

Xuesong

Worin unterscheidet sich Deiner Meinung nach die Arbeitskultur zwischen China und Deutschland?

Privatpark vor dem Paderborner Bürogebäude

In der Arbeitskultur sehe ich zwischen China und Deutschland wenig Unterschiede. Zum Beispiel bei der Wichtigkeit der Teamarbeit, bei der Trennung zwischen Berufs- und Privatleben und der flexiblen Arbeitszeit, besonders in der IT-Branche. Einen kleinen Unterschied gibt es schon, der für mich anfangs ungewohnt war: Die Mittagspause. Mittags wird in Deutschland nur eine kurze Pause gemacht. In chinesischen Firmen dauert die Mittagspause deutlich länger. Doch das ist kein Problem. Auch daran habe ich mich schnell gewöhnt, ebenso wie an das „deutsche Arbeitstempo“.

Xuesong

Haben sich aufgrund von Sprachbarrieren oder Kulturunterschieden schon witzige Situationen ergeben?

Ja, am Anfang trank ich Bier mit deutschen Freunden, nach einem lauten „zum Wohl“ und Anstoßen habe ich auf Ex getrunken. Dann waren die anderen erstaunt und verwirrt. Statt „zum Wohl“ sagen Chinesen „Ganbei“. Das bedeutet: „Trockne das Glas“. Deshalb trinken Chinesen Bier grundsätzlich auf Ex. Dies gilt besonders für Männer, die etwas auf sich halten oder die Freundlichkeit und Respekt zeigen wollen.

Xuesong

Hast Du Sprachkurse belegt und wie verläuft die Kommunikation?

Billard ist seine Passion

Seitdem ich in Deutschland bin – vom ersten Tag an – spreche ich Deutsch, weil ich schon während meines Masterstudiums in China Deutsch als zweite Fremdsprache gelernt und die TestDaf-Prüfung (Test Deutsch als Fremdsprache) bestanden habe. Die gelernten Sprachkenntnisse reichen mir grundsätzlich für den Alltag aus. Aber so langsam denke ich, dass viele Sachen noch zu erlernen sind. Insbesondere wenn man tiefer in die Materie einsteigen und nicht nur „an der Oberfläche kratzen“ will. Es geht nicht nur um Sprachkenntnisse, sondern auch um Technisches im Fachbereich. Dabei helfen mir aber meine Kollegen jeden Tag. Ohne ihre Hilfe könnte ich nicht so schnell bei der Arbeit vorankommen.

Aber auch bei meinem Hobby rede ich viel Deutsch. Ich spiele gerne Poolbillard und bin seit ca. drei Jahren Mitglied im Billardverein in Paderborn. Dort bin ich mittlerweile mit vielen Billard-Fans befreundet. Wir trainieren regelmäßig zusammen und organisieren Mannschaften für Ligaspiele. Dadurch verbessert sich mein Deutsch automatisch.

Xuesong

Lebt Deine Familie auch in Deutschland? Und wie sieht Euer Alltag aus?

Im Süden der Kykladen

Ich bin verheiratet. Wegen der Familienzusammenführung ist meine Frau gerade nach Deutschland gekommen. Sie unterstützt mich im Alltag und lernt jetzt auch fleißig Deutsch. Wir freuen uns auf jeden Fall sehr auf das weitere Leben in Deutschland.

Xuesong

Xuesong, danke für das Interview und weiterhin viel Erfolg – beruflich wie auch privat!

geschrieben von: Diana Jensen

Diana Jensen

Diana Jensen ist Marketing Campaign Manager bei GBS. In dieser Position steuert sie die Media- und Kampagnenplanung im Print- sowie Online-Bereich. Sie trägt zusätzlich die redaktionelle Verantwortung für den GBS Blog und GBS Newsletter.

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