Bernd Hesse: Produktmanager mit Blick für moderne Anwendungsstrategien

Bernd Hesse hatte schon während seines Studiums Kontakt zum Unternehmen. Im Jahr 2011 begann er im Consulting zu arbeiten und betreute zunächst als Senior Consultant verschiedene Projekte in den Bereichen Workflow- und Projekt-Management sowie CRM. Seit letztem Jahr ist er Produktmanager bei GBS und gestaltet maßgeblich die Produktlinie rund um den GBS AppDesigner mit.

Im Mittelpunkt von Bernds Arbeit steht die Weiterentwicklung des GBS AppDesigners, mit dem intuitive Web-Anwendungen erstellt werden können. Hier hat er in den letzten Wochen und Monaten maßgeblich an der Cloud Integration und Entwicklung der mobilen Apps gearbeitet. Wir sprechen mit ihm über seinen ganz normalen „Alltagswahnsinn“, der ihm offensichtlich viel Freude bereitet.

Bernd, wie würdest Du Deine jetzige Rolle in drei Sätzen beschreiben?

Bernd Hesse

Meine Hauptaufgabe ist es, alles dafür zu unternehmen, dass unsere Produkte erfolgreich sind. Dafür muss ich einerseits unsere Kunden, Märkte und Wettbewerber kennen, andererseits intern den Austausch mit allen beteiligten Bereichen pflegen. Ein wesentlicher Aspekt ist die Definition der Produktstrategie und die Abstimmung der Produktanforderungen mit der Entwicklung.

Bernd

Welche Trends und Entwicklungen siehst Du derzeit im Produktmanagement?

Meiner Meinung nach ändern sich die Anforderungen dahingehend, dass immer seltener das klassische, abgegrenzte Produkt zu betrachten ist, als vielmehr komplexere Lösungen und Systemlandschaften. Das gilt besonders in der Software-Branche und nicht zuletzt auch für den AppDesigner. Das zu beherrschende Themenspektrum wird breiter.

Weiterhin spielt das Thema Time-to-Market eine immer größere Rolle. Die Produktentwicklungszyklen werden kürzer. Und obwohl das Produktmanagement mittlerweile nicht mehr wegzudenken ist, sind noch deutliche Unterschiede bei der ihm zugedachten Rolle zu beobachten. Während Produktmanager in einigen Unternehmen als reine Dienstleister betrachtet werden, wird ihnen zunehmend eine Rolle als zentrale Impulsgeber für Innovationen zugestanden.

Bernd

Welches sind die größten Herausforderungen für Unternehmen, die ein erfolgreiches Produktmanagement vorantreiben möchten?

Bernd Hesse

Alle Produktmanager, die ich kenne, berichten, dass täglich unzählige wichtige und weniger wichtige Anfragen auf sie einprasseln. Für den Gesamterfolg ist entscheidend, dass den Produktmanagern bei allen operativen Themen auch ausreichend Zeit für strategische Aufgaben bleibt.

Darüber hinaus muss die Rolle des Produktmanagements klar definiert sein und von allen Abteilungen akzeptiert werden. Die Schnittstellen zur Geschäftsführung, zum Vertrieb, zur Entwicklung und zum Marketing sollten eindeutig festgelegt werden, um die Prozesse zu optimieren und Kompetenzstreitigkeiten von vornherein zu vermeiden. Unternehmen sind gut beraten, die Frage zu klären, ob das Produktmanagement der Innovationstreiber sein soll. Dies drückt sich häufig schon in der organisatorischen Aufhängung aus: Produktmanagement als Teil des Marketings, als Teil des Vertriebes, als Teilbereich von R&D oder als Stabsstelle der Geschäftsführung?

Bernd

Welche fachlichen und persönlichen Kompetenzen braucht ein erfolgreicher Produktmanager aus Deiner Sicht?

Aus meiner Sicht muss ein Produktmanager sich selbst als Unternehmer im Unternehmen begreifen. „Dienst nach Vorschrift“ führt nicht zum Erfolg, vielmehr sollte man stets kreativ und innovativ bei der Beantwortung der Frage bleiben, mit welchen internen und externen Maßnahmen der Erfolg der Produkte gesteigert werden könnte. Daher sind Eigeninitiative und strategische Fähigkeiten enorm wichtig.

Ein Produktmanager muss darüber hinaus Begeisterung für seine Ideen und Produkte wecken, zunächst einmal intern. Da er mit den unterschiedlichsten Stakeholdern zusammenarbeitet und an vielen Aufgaben nur koordinierend beteiligt ist, sollte er ein guter Kommunikator und Teamplayer sein. Nicht zuletzt kann ein Produktmanager nur dann erfolgreich sein, wenn er in Bezug auf seine Produkte, Märkte und Wettbewerber sattelfest ist und im Unternehmen und auch bei Gesprächen mit Kunden als Experte anerkannt wird.

Bernd

GBS kooperiert erfolgreich mit externen Entwicklungspartnern. Wie sieht diese Zusammenarbeit aus?

GBS

Wir setzen externe Entwicklungspartner in den Bereichen ein, in denen wir zusätzliches Know-how benötigen, um all unsere Produktideen zügig umzusetzen. Wir arbeiten nach agilen Methoden und nutzen vor allem Online-Konferenzen für unsere Abstimmungen. Darüber hinaus finden natürlich trotzdem noch Besprechungen an den verschiedenen GBS Standorten statt. Und teilweise arbeiten die externen Kollegen auch wochenweise gemeinsam mit dem Kernteam an einem Standort, weil auf diese Weise bestimmte Prozesse wie die Einarbeitung neuer Kollegen deutlich beschleunigt werden.

Bernd

Welche alltäglichen Herausforderungen nehmen den größten Teil Deiner Zeit in Anspruch?

Die größte Herausforderung ist es, der Vielzahl unterschiedlichster Anfragen Herr zu werden: Können wir die Systemintegrationsanforderungen eines Interessenten erfüllen? Wie positionieren wir uns zu einem neuen Wettbewerbsprodukt? Welche Inhalte sollten in der nächsten Vertriebsschulung behandelt werden? Wie könnte man die Broschüren verbessern? Sind die Informationen auf der Homepage noch aktuell? Welche technischen Voraussetzungen müssen für Demosysteme erfüllt werden? Der Produktmanager ist oftmals die erste und manchmal auch die letzte Anlaufstelle auf der Suche nach Informationen. Wer sonst sollte das Produkt besser kennen?

Bernd

Gibt es ein bestimmtes Ziel, das Dich leitet, etwas das Deine Arbeitsweise konkret beeinflusst?

Bernd Hesse

Da sind zwei Aspekte zu nennen. Erstens verstehe ich mich als Koordinator in einem großen Team. Als Produktmanager kann ich allein nicht viel ausrichten, ich bin auf die Entwicklung genauso angewiesen wie auf den Vertrieb, das Marketing und den Service. Dabei muss ich mir stets vor Augen führen, dass ich als Generalist mit Experten des jeweiligen Faches spreche.

Zweitens sehe ich mich als Unternehmer im Unternehmen. Das heißt, ich setze mich für unsere Produkte auf allen Ebenen ein. Das heißt nicht, dass ich alle Aufgaben selbst erledige. Aber ich achte darauf, dass für einen Produktlaunch alle notwendigen Schritte berücksichtigt wurden.

Bernd

Du warst vor ein paar Wochen Autor im GBS Blog zum Thema „Papierloses Büro“. Sei ehrlich – gelingt Dir das selbst immer?

Ehrlich, ich arbeite tatsächlich weitgehend papierlos. Ich benötige es hauptsächlich für Dienstreisen: Tickets, Hotelrechnungen, Reisekostenabrechnungen. Und einen Zettel für schnelle Notizen gibt es bei mir auch. Für die inhaltliche Arbeit kann ich aber vollständig auf Software, Datenbanken, Cloud-Dienste und Mobile Apps setzen. Natürlich profitiere ich als GBS Mitarbeiter davon, dass sich mein Arbeitgeber intensiv mit Collaboration-Technologien, Geschäftsprozessen und seit einigen Jahren auch mit dem Thema Mobility beschäftigt.

Bernd

Welche IT-Trends bestimmen eine erfolgreiche Anwendungsstrategie? Welche IT-Strategien für Unternehmen siehst Du als maßgeblich an?

Viele etablierte Unternehmen blicken heute auf eine große Menge individueller Geschäftsanwendungen, die im Laufe der Jahre entstanden sind. Seit einiger Zeit wachsen die Begehrlichkeiten in den Fachabteilungen, die elementaren Fachanwendungen auch innerhalb der neuen Infrastrukturen nutzen zu können: Hier sind insbesondere Social-Business-Plattformen wie Microsoft SharePoint oder IBM Connections zu nennen. Zusätzlich spielen auch Smartphones und Tablets eine wichtige Rolle. Und statt lokal zu installierender Lösungen wird der flexiblere Zugriff über Web & Cloud eingefordert.

Aus meiner Sicht sind Unternehmen gut beraten, auf etablierte Standards und Plattformunabhängigkeit zu setzen. Dadurch bleiben Sie auch zukünftig flexibel. Was heute noch On-Premise betrieben wird, soll vielleicht schon bald aus der Cloud oder einer Hybridvariante bezogen werden. Auch die beispielhafte Frage nach zu unterstützenden Mobil-Betriebssystemen kann in wenigen Jahren völlig anders beantwortet werden, gleiches gilt für Social Business Lösungen.

Als weiteren Baustein einer Anwendungsstrategie sehe ich das Empowerment der Fachabteilungen an. Die Erwartungshaltung der Fachabteilungen in Bezug auf Anwendungen ist durch die Trends Mobile, Social Business und Cloud deutlich gestiegen. Fachabteilungen sollten durch geeignete Werkzeuge in die Lage versetzt werden, selbst Lösungen zu schaffen oder zumindest bei der fachlichen Ausgestaltung die IT weitgehend zu unterstützen. Dabei sollte ein System zum Einsatz kommen, dass Funktionalitäten wie Mobile Nutzung und Social Business Integration direkt unterstützt.

Bernd

Wohin geht für Dich die Reise mit dem GBS AppDesigner – Was macht den GBS AppDesigner für die Kunden so interessant?

GBS AppDesigner

In der Historie von GBS spielte IBM Notes/Domino eine wesentliche Rolle, daher wurde der GBS AppDesigner zunächst für diese Plattform umgesetzt. Von Beginn an stand das Versprechen im Vordergrund, die Erstellung moderner Geschäftsanwendungen durch innovative und intuitive Designwerkzeuge deutlich zu vereinfachen und dies sogar Menschen ohne Programmierkenntnissen zu ermöglichen.

Seit einigen Jahren hat sich GBS die Themen Plattformunabhängigkeit, Mobility und Social Business auf die Fahnen geschrieben. Im AppDesigner Projekt hat das dazu geführt, dass auch eine Variante auf Basis von Java-Technologien und SQL-Datenbanken entstanden ist. Weiterhin sind spezielle Mobile Apps entwickelt worden. Darüber hinaus wurden Lösungen zur Integration in Microsoft SharePoint und IBM Connections umgesetzt.

Ein weiterer Meilenstein steht kurz bevor, und zwar die Veröffentlichung einer Cloud-Variante, die den GBS AppDesigner als Software-as-a-Service und Platform-as-a-Service verfügbar macht. Dadurch werden wir auch Kunden bedienen können, die keine eigene Infrastruktur unterhalten möchten. Parallel wird an erweiterten Mobile Apps und einem neuen GBS AppDesigner für SharePoint gearbeitet. Ich mag am AppDesigner besonders, dass wir unsere strategischen Ziele konsequent verfolgen können, es immer wieder spannende Neuerungen gibt und wir den Anforderungen unserer Kunden damit gerecht werden.

Bernd

Du arbeitest in der GBS Niederlassung in Paderborn. Wie gestalten sich in Deinem Bereich teamübergreifende Abstimmungen?

Bernd Hesse

Der überwiegende Teil der Besprechungen findet online statt. Die Standorte verfügen über Besprechungsräume mit der nötigen Ausstattung. Zusätzlich ist unternehmensweit eine Software für Web-Konferenzen im Einsatz. Auf diese Weise kann zum Beispiel der Vertrieb kurzfristig mit Neuigkeiten versorgt werden. Darüber hinaus besucht jeder Produktmanager auch mal die anderen Standorte, um für sämtliche Kollegen auch persönlich ansprechbar zu sein. Einige Abteilungen wie Vertrieb, Service und R&D führen zumindest einmal im Jahr Klausurtagungen durch, bei denen die Produktmanager selbstverständlich auch vor Ort sind.

Besonders viele Besprechungen gibt es mit den Kollegen aus der Entwicklung aufgrund der agilen Methodik. Das AppDesigner Kernteam arbeitet genau wie ich am Standort Paderborn, was diese Zusammenarbeit enorm erleichtert. Die restlichen nationalen und internationalen Teammitglieder werden wiederum per Web-Konferenz in die Besprechungen eingebunden. Das Produktmanagement-Team trifft sich in der Regel einmal im Monat persönlich an einem GBS Standort, der für alle gut zu erreichen ist: dem Frankfurter Messeturm.

Bernd

Worin findest Du Deinen privaten Ausgleich?

Der Beruf des Produktmanagers folgt nicht dem klassischen 9-bis-17-Uhr-Schema. Auch Reisen an andere Standorte gehören genauso zum Berufsbild wie Besuche von Kunden, Partnern oder Messen. Daher versuche ich, die restliche Zeit meiner Familie und meinen Freunden zu widmen. Meine kleine Tochter bietet mir das perfekte Kontrastprogramm zur Arbeit.

Bernd

Bernd, danke für das informative Interview und viel Erfolg beim Start des GBS AppDesigners aus der Cloud.

geschrieben von: Diana Jensen

Diana Jensen

Diana Jensen ist Marketing Campaign Manager bei GBS. In dieser Position steuert sie die Media- und Kampagnenplanung im Print- sowie Online-Bereich. Sie trägt zusätzlich die redaktionelle Verantwortung für den GBS Blog und GBS Newsletter.

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