Trendcheck Business Process Management

Der Kunde im Fokus

Die Begriffe rund um Business Process Management (BPM) variieren und haben unterschiedliche Wurzeln. Doch schon seit 2006  gibt es Definitionen, die als  standardisiert akzeptiert werden. In Deutschland ist die Gesellschaft für Organisation (gfo) als deutschsprachiger Zweig der  Association of Business Process Management Professionals (ABPMP) und der ihr angegliederten European Association of Business Process Management (EABPM) federführend auf diesem Gebiet.

Ziel des Geschäftsprozessmanagements ist es, die in jedem Unternehmen existierenden Informationen zu den eigenen Geschäftsprozessen zu nutzen, um sich auf den Kunden einzustellen und als Ergebnis die Unternehmensziele besser zu erreichen. Damit wird automatisch die Kundenzufriedenheit erhöht. Geschäftsprozessmanagement im Zusammenhang mit der IT hat vor allem die Abstimmung von Geschäftsfunktionen und IT im Fokus. Daraus ergeben sich dann folgende Ziele:

  • höhere Effizienz,
  • mehr Transparenz,
  • bessere Flexibilität,
  • höhere Qualität,
  • reduzierte Kosten und
  • Erschließung neuer Geschäftsmodelle.

Was bringt BPM im Unternehmen?

Basis für erfolgreiche Unternehmen Skeptiker sehen in BPM nur einen kurzlebigen Trend. Bei der Einführung von BPM in Unternehmen werden oft die Investitionen gescheut und der potentielle Nutzen verkannt. Um BPM sinnhaft zu implementieren, benötigen die Verantwortlichen entsprechendes Prozess-Wissen und die Kenntnisse um die Herausforderungen der jeweiligen Branche. Warum Unternehmen gut daran tun BPM zu nutzen, liegt auf der Hand: Richtig angewandt, verbessert es die Wirtschaftlichkeit und stärkt die Bilanz eines Unternehmens.

Was Sie beachten sollten, wenn Sie BPM im Unternehmen einführen, hat Kai Wähner sehr anschaulich in einem 8 Punkte Programm zusammengefasst.

Laut einer aktuellen Forrester Studie (The Forrester Wave™: BPM Suites, Q1 2013 S.2) haben trotz allem 47 Prozent der Unternehmen diese gewinnbringende Verfahrensweise und die daraus resultierenden Technologien nicht eingeführt. Als Gründe werden meist mangelndes Interesse oder keine konkreten Pläne genannt. Und das obwohl die heutigen Anwendungen die wichtigen Verfahren ACM und DCM inzwischen längst beherrschen und damit für alle Unternehmen attraktiv sind.

Exkurs: ACM und DCM als Trendsetter

Dynamic Case Management (DCM) – manchmal auch als Advanced oder Adaptive Case Management (ACM) bezeichnet – ist sowohl ein menschlicher als auch ein technologie-basierter Ansatz, der durch nicht vorhersehbare Ereignisse angetrieben wird. Diese Ereignisse verändern den Kontext der Informationen und erfordern eine Bearbeitung durch Wissensarbeiter. Bei DCM ist es oberstes Ziel, die Arbeitnehmer schneller und besser zu machen sowie genauere Entscheidungen zu bekommen. Am Ende geht es also darum, wie Unternehmen reagieren, wenn die Ausnahme zur Regel wird oder das Unvorhersehbare möglichst planbar werden soll.

DCM hat ähnlich wie Business Process Management (BPM) den Anspruch, das Aufgabenmanagement und die zugrundeliegenden Workflows zu verbessern. Doch während BPM sich auf die vollständige Definition und Kontrolle von strukturierten, wiederholbaren Prozessen konzentriert, arbeitet DCM auf einer Ad-hoc-Basis, um dynamische, unstrukturierte Prozesse zu verwalten. In der Tat gilt DCM als besonders effektiv für Unternehmen, die mit „ungezähmten“ Geschäftsprozessen arbeiten, denen die Struktur fehlt oder die keinen Mehrwert erzeugen. Es wird auch zunehmend genutzt, um die Zusammenarbeit und die Compliance zu verbessern. (Quelle)

Mit klassischen BPM Systemen können diese „schwach strukturierten“ Prozesse nur sehr eingeschränkt abgebildet werden. Systeme zum Adaptive Case Management müssen, wie der Begriff schon aussagt, anpassungs- und lernfähig sein. Sie müssen den Spezialisten bei seiner Bearbeitung unterstützen. Sie geben ihm standardisierte Werkzeuge im Rahmen einer Gesamtlösung, bieten aber auch einen erheblichen Freiraum, die individuell beste Lösung zu finden.

Der nächste Schritt: BPMN 2.0

Der Deming-Kreis Um der besseren Umsetzung von BPM Szenarien gerecht zu werden, setzen Unternehmen verstärkt  auf BPMN 2.0. Dabei handelt es sich um eine Spezifikation, die von der Object Management Group (OMG) gepflegt wird und internationale Standards in der grafischen Modellierung definiert. Ziel ist eine verbesserte Zusammenarbeit zwischen Fachabteilungen und der IT. Seit 2011 ist diese Norm verabschiedet und findet seitdem immer mehr Eingang in aktuelle BPM Anwendungen. Wegen des einheitlichen Standards fordern Unternehmen von Softwareanbietern zunehmend die Verwendung in deren Lösungen, um Investitionen zu schützen. Das bestätigt wiederum die Kontinuität und Langlebigkeit einer BPM Strategie.

Fazit

Die aktuellen BPM Entwicklungen unterstützen Unternehmen bei der Bewältigung von Prozessen aller Art. Fachabteilungen können inzwischen ihre Prozesse unabhängig von IT-Abteilungen gestalten und ihr Wissen gezielt einbringen. Wie das geht, zeigt beispielsweise der GBS AppDesigner, der genau diese Anforderung erfüllt. Die neuartige Lösung setzt auf BPMN 2.0-konforme Workflows, mit deren Hilfe sich Social Business Anwendungen intuitiv erstellen und nutzen lassen. Hier greifen also moderne Business Process Management Technologien, um die Entwicklung von Anwendungen zu vereinfachen und mittels standardisierter Prozesse zu strukturieren. Das belegt das weite Einsatzfeld von BPM.

geschrieben von: Andreas Bannenberg

Andreas Bannenberg

Andreas Bannenberg studierte an der Universität Paderborn Philosophie, Geschichte und Medienwissenschaften und schloss sein Studium als Magister in Philosophie ab. Im Marketingteam der GBS PAVONE ist er verantwortlich für die Competence Center Portal & BPM und Mobility sowie die Bereiche SEO und Social Media Marketing.

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2 Kommentare

  1. Hallo,
    in dem angegebenen Forrester-Dokument (Forrester Wave™: BPM Suites, Q1 2013 S.2, URL: ibm.co/ZWp086) findet sich leider keine Angabe darüber, dass 47% der Unternehmen das Thema BPMN bisher nicht angegangen sind. Könnten Sie bitte die Quelle korrigieren?

    • Danke für Ihren Kommentar. Die 47 % ergeben sich aus der Grafik auf Seite 2 der Studie (Summe derer, die keine Pläne haben + Nicht interessiert sind + Unentschlossen sind = 30 + 13 +4).

      Viele Grüße,
      Das GBS Blog Team

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