Top 10 IT-Trends 2017: Prophezeiung führender Analystenhäuser

Zunehmende Notwendigkeit der Digitalisierung

Namhafte Analysten und Unternehmensberatungen haben die wichtigsten IT-Trends 2017 identifiziert. Auch die Experten von Forrester Research haben ihre Studie „The top technology trends to watch: 2016 to 2018“ vorgelegt. Wir haben uns das Paper für Sie angesehen und stellen Ihnen die wichtigsten Erkenntnisse im heutigen Blogbeitrag vor.

Jedes fünfte B2B-Unternehmen in IT-Kinderschuhen

Laut Forrester drehen sich die IT-Trends 2017 allesamt um Vernetzung, Kundenorientierung und die wachsende Rolle der IT in der Markenbildung. Der Kunde rückt immer stärker in den Mittelpunkt. Wir finden, dass sich das durchaus gut anhört – beim Blick auf den Digitalisierungsgrad wird uns allerdings Bange: Trotz der zunehmenden Notwendigkeit der Digitalisierung befindet sich laut der US-Analysten noch immer jedes fünfte B2B-Unternehmen in „IT-Kinderschuhen“!

Die Top 10 IT-Trends 2017

1. Konnektivität

Zwar entwickelt sich dieser Trend noch langsam, aber dafür beständig: Vernetzte und smarte Produkte, die Unternehmen neue Kundendaten liefern und Kunden binden sollen, liegen 2017 im Trend.

2. Datenanalyse-Software

Das Sammeln von Kundendaten ist eine große Herausforderung für Unternehmen – aber gleichzeitig auch von höchster Wichtigkeit für sie. Denn diese Daten bilden eine wichtige Entscheidungsgrundlage für die gezielte Weiterentwicklung von Business-Software und der Entwicklung ihrer Marken. Forrester geht davon aus, dass Insel-Lösungen Platz für „Systems of Insight“ machen werden. Ziel wird es nach Meinung der Experten sein, Insight-to-Execution-Prozesse zu etablieren.

Über 60 Prozent derjenigen, die kollaborativ arbeiten, geben in der Digital-Working-Studie zudem an, dass das gemeinsame Erstellen von Dokumenten im Team unter den jetzigen Bedingungen oft umständlich und zeitaufwändig sei. 55 Prozent beklagen eine hohe Fehlerrate und zwei Drittel sind genervt, dass sie die Änderungen der Kollegen nicht nachvollziehen können. Der Einsatz von Bots und kognitiven Systemen kann die Chance sein, Wissensarbeiter zu unterstützen und durch Automation von Routineprozessen zu entlasten.

3. APIs

Die Relevanz von Progammierschnittstellen (APIs) in der IT-Welt ist erkannt. Nach Forrester ist die Saxo Bank aus Dänemark dafür geradezu ein Paradebeispiel: Die Bank hat ihre Trading-Plattform von der Kundenschnittstelle getrennt und es dadurch geschafft, ihren Kunden höhere Benutzerfreundlichkeit zu bieten sowie technologische Änderungen auf der Handels-Plattform umzusetzen, ohne dass der Kunde davon etwas mitbekommt.

4. Customer Experience

Die Generierung von positiven Erfahrungen der Kunden, um eine emotionale Bindung an das Unternehmen zu erreichen, ist bekannt. Die Investitionen dafür in Mobile IT, Social und Analytics sind hoch. Als neuen Trend prophezeit Forrester nun, dass Unternehmen zunehmend das End-to-Prinzip einsetzen, also die genutzte Software aus Nutzerperspektive hin optimieren werden.

Kundenerlebnis im Fokus

5. Sicherheit und Risiko

Mit zunehmender Digitalisierung steigen die Anforderungen an Sicherheit und Risiko. Die Forrester-Analysten gehen davon aus, dass „Zero Trust“ die Richtung vorgeben wird. Damit ist der Ansatz „Never trust, always verify“ gemeint – und zwar nicht nur die technische Sicherheit von IT-Systemen, sondern auch was das Verhalten von Anwendern betrifft.

6. Hypervernetzte Kunden

Der Verbraucher von heute ist bestens informiert und weiß ganz genau, wann welche Produkte in welchen Online-Shops am günstigsten sind – davon sind die Forrester-Analysten überzeugt. Das wiederum bedeutet für Unternehmen, dass sie Kundenwünsche, -wahrnehmungen und -gewohnheiten sehr genau einschätzen müssen. Hierbei hilft ihnen die exakte Analyse der Kundenhistorien.

7. Technologischer Reifegrad

Unternehmen müssen neue Technologien für den Endkunden entwickeln und dabei sowohl mit Cloud Computing als auch mit schnellen Plattformen für den Kunden arbeiten. Parallel dazu dürfen sie die traditionelle IT und deren Ziele nicht vernachlässigen. Forrester nennt diesen Trend „duale Agenda des Tech-Managements“ – Ihnen ist er eventuell eher bekannt unter dem Begriff der „IT der zwei Geschwindigkeiten“.

8. Infrastruktur

Alles dreht sich in diesem Jahr um Modernisierung. Dafür müssen CIOs den Schritt zur Cloud- und Software-definierten Infrastruktur (SDI) für Netzwerk, Server und Speicherplatz gehen. Forrester spricht in diesem Zusammenhang von der „Infrastructure-as-code“-Bewegung.

9. Software und Markenbildung

Everything must be smart“, meinen die Analysten von Forrester. Damit sich Unternehmen bei den Digital Natives – der jungen Generation – positionieren, müssen CIOs die Konnektivität nutzen und ihre Produkte und Services digital verbessern. Dann klappt laut Forrester auch das Zusammenspiel zwischen Digitalisierung und der Marke.

digitale Konnektivität

10. BYOD

„Bring your own Device“ (BYOD) wird sich nach Einschätzung von Forrester im Jahresverlauf etabliert haben. Jetzt geht es darum, die eigenen Geräte der Mitarbeiter am Arbeitsplatz zu integrieren und die Nutzung zu organisieren. Ziel ist es, Zusammenarbeit und Produktivität zu steigern.

Und die anderen?

Nicht nur Forrester, auch die Experten anderer Beratungshäuser, wie beispielsweise Gartner, IDC, PAC und PwC, haben für 2017 bereits umfangreiche Prognosen über die wichtigsten Entwicklungen abgegeben.

Auch wenn wir nicht auf jedes Detail eingehen können – das würde an dieser Stelle den Platz sprengen – so ist doch eines auffällig: Die Themen Agilität, Geschwindigkeit, Kundennähe und Innovation sind in allen Prognosen tonangebend und stehen auf der Agenda der meisten CIOs ganz oben. Unternehmen müssen Plattformen bauen und sich in digitalen Ökosystemen vernetzen.

Das sagen die Analysten von …

… PAC: Verschiebung von IT-Geldern

Nach Einschätzung der Pierre Audoin Consultants (PAC) werden die IT-Budgets in deutschen Großunternehmen im nächsten Jahr durchschnittlich um etwa drei Prozent wachsen. Allerdings kommt es dabei stark auf das Segment an: Während die Ausgaben für den Betrieb von Altsystemen (Legacy IT), die aktuell immer noch rund 70 Prozent des IT-Budgets ausmachen, um fünf Prozent sinken, erwarten die Analysten einen Anstieg der Ausgaben für Fast-IT-Themen, zum Beispiel Digitalisierung, Big Data, Mobility, Analytics, um 25 Prozent.

Kein Wunder, denn schließlich müssen nach Meinung der französischen Unternehmensberatung deutsche Unternehmen ihr gesamtes Fundament erneuern, um in Sachen Customer Experience wettbewerbsfähig zu bleiben: Backend-Prozesse müssen digitalisiert, ein Wandel in der Unternehmenskultur vollzogen und Arbeitsumgebungen modernisiert werden.

… PwC: acht Technologien werden die Welt verändern

Künstliche Intelligenz, Augmented Reality, Virtuelle Realität, Blockchain, Drohnen, das Internet der Dinge, Roboter und der 3D-Druck werden nach Auffassung der PwC-Analysten signifikanten Einfluss auf das Geschäftsmodell von Unternehmen haben. Unternehmen werden in 2017 sowie in den Folgejahren eine Strategie finden müssen, wie sie diese neuen Technologien für sich nutzen.

Während die genannten Technologien bereits heute Einfluss auf die Kundenbeziehung bzw. die Interaktion von Unternehmen mit ihren Kunden haben, so werden im Bereich der Leistungserbringung Künstliche Intelligenz, Roboter, Drohnen und 3D-Druck die operative Effizienz weiter verbessern. Als Technik-Experten müssen CIOs laut der PwC-Consultants die technologischen Entwicklungen identifizieren und hinsichtlich Wert, Reife und Relevanz für das eigene Unternehmen verstehen und bewerten.

… IDC: Der Fokus liegt auf Innovation und Transformation

Die digitale Transformation ist von zunehmender Geschwindigkeit geprägt. Sie wird nach Einschätzung der IDC-Experten Kernerfolgsfaktor sämtlicher Anstrengungen und gehört deshalb auf die Agenda von CIOs. IDC zufolge werden Unternehmen zudem nur wettbewerbsfähig bleiben, wenn sie den End-Kunden in den Mittelpunkt aller Aktivitäten rücken – und das gilt auch für B2B-Unternehmen.

Dabei sollten sich CIOs auf drei Aufgaben konzentrieren: Innovate (Innovationen fördern), Integrate (neue Technologien und Plattformen integrieren) und Incorporate (neue Formen der Zusammenarbeit etablieren). IDC nennt zu diesen Trends auch konkrete Zahlen: So werden bis 2018 45 Prozent der CIOs Plattformen in den Mittelpunkt stellen und 65 Prozent der IT-Abteilungen neue Services einführen, die den Kunden und das geschäftliche Ökosystem adressieren. Bis 2019 werden 75 Prozent der IT-Ausgaben für Technologien und Services der Dritten Plattform aufgewendet und 40 Prozent der IT Projekte werden neue digitale Services und Umsatzströme generieren. Dabei werden 67 Prozent der IT-Aufwendungen cloudbasiert sein.

… Gartner: Intelligence Everywhere

Top 10 Strategic Technology Trends 2017 Die wichtigsten strategischen Technologie-Trends für 2017 sind laut Gartner: Künstliche Intelligenz und erweitertes maschinelles Lernen, intelligente Applikationen, Virtual Reality & Augmented Reality, Digitale Zwillinge, Blockchain und Distributed Ledgers, Konversationssysteme, Mesh-Apps und Service-Architektur, Digitale Technologieplattformen sowie Adaptive Sicherheitsarchitektur.

David Cearley, Vice President und Gartner Fellow, erläutert diese Trends laut dem Online-Magazin manage-it.de so: „Die ersten drei Top-Trends umfassen das Thema ›Intelligence Everywhere‹ und zeigen auf, wie sich die Technologien sowie Vorgehensweisen für wissenschaftliche Daten immer weiterentwickeln, um Technologien wie Advanced Machine Learning und künstliche Intelligenz zu integrieren. So ist es ihnen möglich, intelligente physische und auf Software basierende Systeme zu erstellen, die darauf programmiert sind, zu lernen und sich anzupassen. Die darauffolgenden drei Top-Trends konzentrieren sich auf die digitale Welt und darauf, wie die physischen sowie digitalen Welten immer weiter miteinander verknüpft werden. Die letzten vier Trends fokussieren sich auf ein Netz aus Plattformen und Services, die für die Versorgung des Intelligent Digital Meshs benötigt werden.“

Fazit der IT-Trends 2017

Die digitale Transformation findet sich in 2017 endgültig auf der To-Do-Liste. Optimierung und Kostensenkung hingehen treten zurück. Dafür werden sich nach Experten-Meinung dann auch die Budgets verschieben: Unternehmen sparen beim Betrieb von Altsystemen und investieren stattdessen in Themen wie dem Internet der Dinge, Big Data, Customer Experience und Analytics.

Geschwindigkeit wird zudem zum Erfolgsfaktor von Unternehmen: CIOs müssen in eine IT der zwei Geschwindigkeiten investieren, damit die digitale Transformation das Tagesgeschäft unterstützen kann.

geschrieben von: Corinna Barth

Corinna Barth

Corinna Barth ist Marketing Managerin bei GBS. In ihrer Tätigkeit verantwortet sie das Messe- & Eventmanagement sowie die Produktkommunikation für den Bereich Messaging Security.

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