Social Media: Hype? Trend? Kür? Pflicht?

Social Media: Der Hype ist vorbei, kommt jetzt der Trend?

Das Web ist social – durch und durch!

War es nicht erst gestern, als wir über den neuen Hype im Internet, die neue Web 2.0-Welt, sprachen? In Wirklichkeit ist das bereits acht Jahre her. Und heute? Heute ist das Web „social“ – es ist sozialer denn je, durch und durch. Es lebt von Interaktion, Feedback und offenen Schnittstellen. Keine Frage: Social Media ist längst raus aus den Kinderschuhen. Die Zahl der Nutzer sozialer Netzwerke wächst – ebenso die Nutzung von Facebook, Twitter und Co. im betrieblichen Kontext. Kommunikation bedeutet für Unternehmen heutzutage, Soziale Medien völlig selbstverständlich zu nutzen.

Erinnern wir uns beispielsweise an die Anfänge von Facebook und Twitter – unser erster Tweed, den wir von GBS im Februar 2010 abgesetzt haben, hatte irgendwie noch etwas Exotisches, und ein bisschen Spielerei war zugegebener Maßen auch dabei. Heute gehören Twitter, Facebook, YouTube, XING und der GBS Blog ganz selbstverständlich dazu. Weil es in all diesen Netzwerken Menschen gibt, die sich für unsere Produkte interessieren, Informationen austauschen und teilen.

Feste Größe im Marketingmix

Wer postet, twittert oder teilt heutzutage nicht? Der Einsatz Sozialer Medien in Unternehmen aller Größen hat sich längst professionalisiert und Facebook, Twitter und Co. sind keine Spielwiese mehr. Schulungen, Fortbildungen, Workshops, Guidelines für Mitarbeiter sollen den professionellen Umgang mit Social Media sicherstellen. Social Media ist eine feste Größe im Marketingmix geworden: 7 von 10 befragten Unternehmen legen nach einer Studie der BVDW ihren Aktivitäten eine Strategie zugrunde. Mehr als ein Drittel, 38 Prozent, aller deutschen Unternehmen setzen demnach auf Social Media Maßnahmen. Die Hälfte von ihnen ist seit über zwei Jahren im Social Web aktiv. Als Hauptgrund wird die Steigerung der Bekanntheit (74%), Kundenbindung (73%) und Verbesserung des Images (71%) angeführt. Daneben gelten auch der bessere Zugang zur Zielgruppe sowie die Krisenkommunikation als wichtige Gründe.

Herausforderung Social Media

Wer sich auf Social Media einlässt, wird gläsern. Wer sich ihm verweigert, verpasst Potenziale. Jede Entscheidung – oder auch Fehlentscheidung – wird sofort sichtbar für die Öffentlichkeit, für (potenzielle) Kunden, Presse, Mitbewerber und wird begrüßt oder kritisiert, häufig aber zumindest kommentiert. Der Einsatz birgt auf alle Fälle rechtliche Herausforderungen, angefangen bei der Wahrung von Rechten Dritter und der Verwendung von Bildern, den Anforderungen an den Datenschutz über die Festlegung von Verhaltensregeln für Mitarbeiter und der eindeutigen Trennung von privater und beruflicher Nutzung von Social Media bis hin zur Einhaltung von Wettbewerbsrecht bei Gewinnspielen oder der Unterlassung von Schleichwerbung.

Business-Netzwerk oder Foto-Community

Es stellt sicherlich niemand mehr die Frage, ob man in bzw. mit Sozialen Netzwerken erfolgreich Marketing betreiben kann. Vielmehr aber, welche Plattform denn nun die richtige ist. Vom Business-Netzwerk bis hin zur Foto-Community ist die Auswahl inzwischen deutlich größer geworden. Schauen wir uns die Nutzerzahlen einmal genauer an:

Logo Facebook Facebook ist mit 28 Millionen Nutzern in Deutschland und 1,4 Milliarden weltweit der unangefochtene Platzhirsch unter den Sozialen Netzwerken. Doch Facebook hat sich verändert: Nutzer werden älter, Teens ziehen sich zurück. Probleme mit dem „Nachwuchs“ hat der blaue Konzern dennoch nicht: Mit WhatsApp und Instagram weichen die Teens nur auf weitere Plattformen von Zuckerbergs Imperium aus.

Logo Google+ Google+, das kostenlose soziale Netzwerk des Such-Giganten Google kämpfte anfangs, 2011, mit Facebook um die Gunst der Internet-User und hat mittlerweile seinen eigenen Stil entwickelt. WeareSocial schätzt, dass Google+ inzwischen 3,1 Millionen aktive und immerhin 15 Millionen registrierte Nutzer hierzulande hat. Allerdings ist es uns trotz intensiver Recherche nicht gelungen verlässliche Zahlen zu liefern.

Logo Twitter Twitter ist ein Microblogging-Dienst. Die Debatte um die Zukunft von Twitter reißt nicht ab. Viele behaupten, der Zwitscher-Dienst habe Wachstumsbeschwerden – vorübergehend oder auch dauerhaft würde er an der übermächtigen Konkurrenz aus dem Silicon Valley leiden. Doch laut einer aktuellen Allensbach-Studie zwitschern rund 1 Mio. Deutsche häufig, weitere 2,3 Mio. gelegentlich auf Twitter.

Logo XING XING, das Karrierenetzwerk schreibt derzeit gute Zahlen und wird multimedialer. Die Hamburger dürften sich jedoch aufgrund der lokalen Verankerung immer stärker als Jobbörse etablieren. Rund 8 Millionen Mitglieder hat das Business-Netzwerk in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Und ist damit Lichtjahre von den Kundenzahlen des US-amerikanischen Konkurrenten entfernt.

Logo LinkedIN LinkedIn nutzten nach eigenen Angaben Mitte 2014 über 5 Mio. Deutsche die Plattform. Inzwischen dürften schätzungsweise rund 6 Mio. zusammen kommen, denn ein Abwärtstrend ist nicht erkennbar. Weltweit sind bei LinkedIn über 350 Millionen Menschen in mehr als 200 Ländern registriert. Die derzeit größte weltweite Plattform dieser Art gehört damit zu den weltweit meistbesuchten Internetseiten.

Logo Instagram Instagram ist ein kostenloser Online-Dienst zum Teilen von Foto und Videos – eine Mischung aus Microblog und audiovisueller Plattform und ermöglicht es, Fotos auch in anderen sozialen Netzwerken zu verbreiten. Die mobile Foto-App kommt an – und wächst rapide. Mit 300 Millionen Nutzern weltweit und etwa 4 Millionen deutschen Nutzern hat Instagram sogar Twitter überholt.

Logo Pinterest Pinterest ist ein soziales Netzwerk, bei dem Nutzer Bilderkollektionen mit Beschreibungen an virtuelle Pinnwände heften können. Andere können dieses Bild ebenfalls teilen oder kommentieren. Es ist schwierig für das virtuelle Pinnwand-Netzwerk Zahlen zu finden.Comscore hat Mitte 2014 2,1 Millionen deutsche Website-Besucher ermittelt, was aber noch keine Aussage über die Zahl der angemeldeten Nutzer zulässt.

Logo YouTube YouTube feiert in diesem Jahr 10-jähriges Jubiläum. Einer aktuellen Allensbach-Umfrage zufolge nutzen 4 Millionen der insgesamt über 20 Millionen deutschen User jeden Monat die Videoplattform nicht nur zum Konsumieren von Videos. Sie laden diese auch regelmäßig hoch, bewerten, favorisieren und kommentieren diese.

Facebook: Quo vadis? Oder: Liegt die Zukunft Sozialer Netzwerke in der Unternehmens-Website?

Alle Welt redet über Facebook – immerhin nutzen auch Millionen Menschen das Netzwerk. Selbst Google+ stellt keine ernsthafte Konkurrenz dar. Marktforschern der US-Agentur Nielsen zufolge nutzen aktive Facebooker das Angebot mindestens sechseinhalb Stunden pro Monat, aktive Google-Plus-Nutzer dagegen gerade einmal sieben Minuten pro Monat.

Dennoch: Facebook beschränkt die kostenlose Reichweite von Unternehmen immer mehr. So wird das Netzwerk zu einer Online-Marketing-Plattform, denn Firmen, die ihre Zielgruppen hier erreichen wollen, müssen ihre Botschaften inzwischen über Sponsored Posts verbreiten. Die Alternative? Unternehmen entdecken zunehmend ihre gute alte Website – in neuem Gewand: Online-Magazine mit Newsgroups und Foren, die Informationen liefern und im Austausch mit Kunden und Partnern stehen. Sieht so vielleicht die Zukunft aus?

Übrigens sind natürlich auch wir auf verschiedenen sozialen Netzwerken präsent und würden uns über einen Besuch von Ihnen freuen:

Was denken Sie, sagen Sie uns ihre Meinung, diskutieren Sie mit uns – hier im Blog oder auch auf Facebook. Wir freuen uns auf Ihre Meinung.

geschrieben von: Robert Becker

Robert Becker

Robert Becker ist bei GBS als Product Manager Security & Collaboration tätig. Hier verantwortet er die Verbindung der Produktwelten und ist gleichzeitig Schnittstelle zwischen Produktmanagement, Sales und Marketing.

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