Mobile Device Management: Die Vielfalt im Griff

Alles smart?

Digitale Mediennutzung im Zeitalter von Tablets, Smartphones und Apps

Die unglaublich schnelle Verbreitung von Smartphones und Tablets im privaten Bereich hat dazu geführt, dass sich auch die IT-Abteilungen der Unternehmen, ganz gleich welcher Mitarbeitergröße, mit diesen Endgeräten auseinandersetzen müssen. Schlagworte wie Mobile Device Management (MDM) und Bring your own Device (ByoD) prägen vielerorts in Unternehmen den Arbeitsalltag. Denn wer ein leistungsfähiges Smartphone sein eigen nennt, kommt schnell darauf, es auch im Arbeitskontext einzusetzen. Untersuchungen haben gezeigt, dass heute Smartphones und Tablets ständig neben dem Arbeitsrechner liegen und parallel zum Einsatz kommen.

Was liegt also näher, als diese Endgeräte offiziell in die Firmeninfrastruktur einzubringen und zum erweiterten Arbeiten zu verwenden!? Zumal interessanterweise jene Mitarbeiter, die mit Smart Devices an das Firmennetz angebunden sind, dazu neigen, deutlich besser erreichbar zu sein und schneller auf Anfragen zu reagieren.

Mobilgeräte weisen bereits in weiten Teilen die gleichen Leistungsmerkmale auf, wie unsere heutigen Laptops. Und das bei weniger Gewicht, schnellerer Betriebsbereitschaft und längerer Batterielaufzeit. Zudem ist mittlerweile belegt, dass diese Geräte schon heute grundsätzlich mehr für den Datentransfer verwendet werden, als für das klassische Telefonieren. Und nicht zuletzt: Wenn man heute ein Firmenhandy bestellt, stehen bei vielen Anbietern ohnehin nur noch Smartphones zur Auswahl.

Es scheint so, dass beide Seiten gewinnen: Zum einen der Anwender, der schneller, leichter und länger seine Arbeit unabhängig und flexibel ausführen kann. Und zum anderen das Unternehmen, dessen Mitarbeiter zufrieden mit ihren neuen Arbeitswerkzeugen sind und flexibler agieren können. Und wieder ist die IT-Abteilung gefordert den nötigen Rahmen zu schaffen, um eine ihrer Kernaufträge zu erfüllen: Die Sicherheit der Firmendaten und der Infrastruktur zu gewährleisten.

Einfacher gesagt als getan

Auf dem Weg zur mobilen Arbeitswelt Der Markt der Smartphones und Tablets bewegt sich rasant. Ständig werden neue Geräte auf den Markt gebracht, die unterschiedliche Betriebssysteme verwenden. Auch laufen nicht alle Endgeräte mit denselben Versionsständen der Betriebssysteme. Bei Apples iPhone/ iPad ist dies noch sehr zuverlässig geregelt und weitgehend harmonisiert. Dies gilt auch für BlackBerry.

Doch sobald man in den Android-Markt schaut, wird es bunt. Mit der vielfältigen Auswahl der Endgeräte werden auch unterschiedliche Versionen des Android Betriebssystems ausgeliefert. Und während Apple und Blackberry üblicherweise das Betriebssystem automatisch updaten, ist das längst nicht bei allen Lieferanten von Android-Geräten der Fall. Diese Fragmentierung hat sich in den letzten Jahren schleichend entwickelt und ihren Preis in der Verwaltung dieser Geräte.

Wie verwaltet man mobile Endgeräte?

All diese bunte Vielfalt soll nun sinnvoll in ein Firmennetz integriert werden. Dabei muss sichergestellt werden, dass die Daten auf den geschäftlich genutzten Endgeräten im Falle eines Geräteverlustes sicher sind. Auch die Übertragung der Daten muss abgesichert werden und die Konfiguration des Gerätes konform zu Unternehmensrichtlinien sein. Zudem sollen auch noch bestimmte Apps auf diesen Geräten automatisch installiert oder andere zur Installation verboten werden. Und zu guter Letzt hat auch im Apps-Bereich „das Böse“ um sich gegriffen: Malware, die das Endgerät beeinflussen, ausspionieren und zweckentfremden werden immer häufiger.

Die Aufgabe, hier für Sicherheit zu sorgen, hat eine neue Produktklasse im Softwaremarkt etabliert: Den Markt der Mobile Device Management Lösungen, kurz MDM. Diese Softwarepakete haben eine genau definierte Aufgabe, die oben beschriebenen Gefahren beim Einsatz von Smart Devices im Geschäftskontext zu minimieren sowie das Management der Endgeräte flexibel zu zentralisieren.

Die Qual der Wahl

An die 100 Anbieter buhlen um die Gunst der Kunden

Während aktuell die Vielzahl der Anbieter von MDM-Lösungen den Markt unübersichtlich erscheinen lässt, so ist ein Trend schon klar ersichtlich: In den kommenden 2 bis 4 Jahren wird sich dieser Markt stark bereinigen und die Auswahl auf ein überschaubares Maß reduzieren. Gründe sind in der Komplexität der Aufgabe zu sehen. Der Anbieter, der nicht schnell eine stabile und gut wachsende Nutzerschar bindet, wird bald kein Geld mehr haben, diese Software weiterzuentwickeln.

Weiterer Trend: Die großen Softwareanbieter bewegen sich ebenfalls in den Mobilmarkt. Um hier Bestand zu haben, müssen diese selbstverständlich auch MDM anbieten. Aufkäufe/ Übernahmen kleinerer Anbieter werden die Folge sein.

Funktionsvielfalt zählt

Während man sich in der IT stets bemüht, Software einfach bedien- und nutzbar zu machen, kann bei MDM-Lösungen die Funktionsvielfalt gar nicht groß genug sein! Wie nun die passende Lösung auszuwählen ist, hängt von vielen Parametern ab: Erlaubt ein Unternehmen ByoD, sind einige Herausforderungen zu bewältigen, denn nahezu jedes Endgerät muss eingebunden werden – unabhängig davon, welcher Hersteller oder welches Betriebssystem vom Mitarbeiter genutzt wird.

Auch eine wichtige rechtliche Komponente darf nicht vergessen werden: Das Mobilgerät speichert sowohl private, als auch geschäftliche Daten. Für die geschäftlichen Daten muss die notwendige Sicherheit gewährleistet werden, für die privaten darf dagegen keinerlei Zugriff von Seiten der Firma möglich sein. Und nicht zuletzt hat auch der Betriebsrat mitzureden, wenn es um die Nutzung privater Geräte und den Einsatz einer MDM-Lösung geht. Die MDM-Lösung der Wahl muss also auch in der Lage sein, zwischen privaten und geschäftlich genutzten Teilen des Smart Devices zu unterscheiden.

Fazit

Wer heute Smart Devices in eine Firmeninfrastruktur integrieren möchte, kommt um eine MDM-Lösung nicht herum. Doch neben der Funktionsvielfalt stehen bei der Softwareauswahl noch zwei wichtige Themen im Raum: Die Verschlüsselung des Datenverkehrs sowie der Malware-Schutz. Achten Sie bei der Recherche der Softwareanbieter darauf, ob alle drei Segmente inbegriffen sind. Dann wird die Auswahl schon deutlich kleiner und leichter.

Etablierte Anbieter aus dem Security-Bereich, wie etwa Sophos haben schon vor geraumer Zeit komplette MDM-Lösungen in ihre umfassende Produktwelt integriert. Beratung von unabhängiger Seite ist ebenfalls sinnvoll. Denn gerade bei dieser funktionsgetriebenen Software ist nicht immer klar ersichtlich, welche Features man künftig vermissen wird. Und zu viel probieren kostet schlichtweg zu viel Geld und Zeit.

geschrieben von: Dirk Aßmann-Staudt

Dirk Aßmann-Staudt

Er beschäftigt sich seit über 25 Jahren mit verschiedensten IT-Themen und ist bei GBS verantwortlich für das Competence Center Mobility. In diesem Umfeld verfügt er über umfassende Expertise in den Bereichen Mobile Device Management und mobiler Anwendungsentwicklung.

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1 Kommentar

  1. Ich leite selber ein kleineres Familienunternehmen und habe lange nachgedacht ob ich MDM in meiner Firma einsetzen soll. Nach vielen Angeboten habe ich die optimale Lösung für das Unternehmen gefunden. Es macht vieles einfacher und effektiver.

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