Mitten im Wandel: Digital wird normal

Digitalisierung verändert unser Leben

Viergestirn der Digitalisierung: Cloud Computing, IT-Sicherheit, Big Data und Mobile Computing

Laut dem Massachusetts Institute of Technology (MIT) sind digital aufgestellte Unternehmen um 26 Prozent profitabler. Kein Wunder also, dass Big Data und Business Analytics, Mobile Computing, Cloud-Dienste und IT-Sicherheit die wichtigsten Hightech Themen dieses Jahres sind. Wie eine Trendumfrage des Branchenverbandes BITKOM offenbarte, befindet sich Cloud Computing mit 64 Prozent der Nennungen sogar an die Spitze, gefolgt von IT-Sicherheit mit 61 Prozent. Big Data, die Analyse großer Datenmengen, schafft es mit 48 Prozent auf den dritten Rang. Für 40 Prozent der Befragten ist Mobile Computing ein wichtiger Trend.

Bedeutend ist dabei: Der Vierklang aus Cloud, IT-Sicherheit, Big Data und Mobile bildet die technische Grundlage für die fortschreitende Digitalisierung. Und längst beeinflusst dies nicht mehr nur unser Arbeits- und Privatleben, sondern hat Auswirkungen auf die gesamte Unternehmenskultur. Leistungsfähige Endgeräte, gleich ob Tablet oder neuester Wearable, und immer schnellere Datennetze ermöglichen die weitreichende Vernetzung von Geräten, Maschinen und Fahrzeugen.

Geschäftsmodelle wandeln sich

Unternehmen stehen damit vor der Herausforderung, ihre etablierten Geschäftsmodelle zu verändern und sich strategisch und operativ völlig neu aufzustellen. Nach Informationen der BITKOM ändert sich in mehr als der Hälfte (55 Prozent) aller Unternehmen als Folge der Digitalisierung das Geschäftsmodell. 70 Prozent der Unternehmen sehen die Digitalisierung als große Herausforderung. Der digitale Wandel rangiert damit gleichauf mit dem Fachkräftemangel und vor anderen Herausforderungen wie schwierigen Finanzierungsbedingungen. Werfen wir einen genaueren Blick auf die zu bewältigenden Herausforderungen.

Fluch und Segen: Datenvolumina im dreistelligen Terabyte-Bereich pro Tag

Big Data ist eines der wichtigsten Hightec-Themen Fakt ist: Digitalisierung erzeugt Unmengen an Daten, die nutzbringend analysiert und ausgewertet werden können. Einige Unternehmen verarbeiten bereits jetzt pro Tag Daten im dreistelligen Terabyte-Bereich. Lange wird es da vermutlich nicht mehr dauern und die täglich analysierten Datenvolumina liegen im Petabyte-Bereich. Der Umgang mit bzw. die Auswertung von personenbezogenen Daten zu Geschäfts- und Marketingzwecken muss sensibel erfolgen.

Business Analytics: Hilton und Netflix tun es längst

Je detaillierter Unternehmen ihre Kunden kennen, desto individuellere Angebote können sie ihm schneidern – und selbstverständlich Wettbewerbsvorteile erlangen. Zwei Beispiele von vielen: Die Hotelkette Hilton nutzt beispielsweise Business Analytic Tools für eine optimierte Kapazitätsauslastung. In Echtzeit werden Informationen über ausgefallene Flüge ausgewertet und freie Hotelzimmer in Google angeboten.

Der Streaming Anbieter Netflix ermittelt mit Business Analytics Tools, was Zuschauer sehen wollen und wie sie die Inhalte präsentiert haben möchten. Netflix erfasst dafür unter anderem die Filme und Shows, die der Zuschauer ansieht, ob er sie bis zum Ende verfolgt und wie oft er nach Sendungen sucht.

Wohin mit all den Daten: Ab in die Wolke

Cloud als Grundlage für moderne Geschäftsmodelle Soweit so gut. Die schiere Masse an Informationen aus Smartphones, Sensorik und der immer stärkeren Nutzung von Social-Media-Anwendungen wird zunehmend zur technischen und rechtlichen Herausforderung für Unternehmen im Allgemeinen und Informationssysteme im Besonderen. Informationen wie Benutzerprofile, Tracking- und Verbindungsdaten benötigen erst Speicherplatz und dann noch einmal Platz für ihre Analyse. Zur Verwaltung solch riesiger Datenmengen genügt es nicht, einfach nur viel Festplattenplatz zu haben. Auch Datensicherheit, Geschwindigkeit und Skalierbarkeit spielen eine entscheidende Rolle. Ebenso auch die Bereitstellung performanceoptimierter Dateisysteme, zugriffsoptimierter Datenbanken, die Möglichkeit zum parallelen Rechnen sowie die Verteilung von Daten auf verschiedene Systeme und Standorte.

Keine Frage also: Cloud Computing ist die Grundlage für moderne Geschäftsmodelle. Unternehmen, die erfolgreich sein wollen, müssen ihre Geschäftsprozesse durchgängig digital gestalten und entsprechend vernetzt sein. Denken Sie an Online-Shops, Ticketing- oder Buchungssysteme: Von der Bestellung über Auslieferung, Bezahlung und Service müssen all die Daten aus dem Front- und Backend „irgendwo“ liegen und zusammenspielen – und zwar flexibel, skalierbar und schnell verfügbar. Historisch gewachsene IT-Landschaften und selbst entwickelte Anwendungen können da oft nicht mithalten. Die Cloud bildet damit die technische Grundlage, um die Digitalisierung flexibel, bedarfsgerecht und sicher zu stemmen. Die Experton Group erwartet in diesem Jahr Investitionen und Ausgaben in Cloud Technologien in Höhe von 2.865,3 Millionen Euro, in Cloud Services sogar in Höhe von 4.585,1 Millionen Euro.

Herausforderung Mobile Computing: Geht der technologische Fortschritt zu schnell?

Nichts geht mehr ohne smarte Geräte Nichts geht mehr ohne Smartphone, Tablet und Co. „Always on“, benutzen wir die smarten Geräte, die permanent ihre Daten untereinander und eben auch mit der Cloud abgleichen. Bankgeschäfte werden quasi aus der Hosentasche heraus abgewickelt, Versicherungen per Touchscreen abgeschlossen. Wir sind längst im Zeitalter des Mobile Computing angekommen. So können Versicherungsnehmer bei ERGO Direkt den Versicherungsantrag bereits per Touchscreen eines mobilen Endgerätes digital unterschreiben. Damit erleichtert die Versicherung ihren Kunden den Online-Abschluss einer Versicherung, nach eigenen Angaben stellte sich als größte Herausforderung die Umsetzung der rechtlichen Bedingungen heraus. Die Barmenia Krankenversicherung dagegen, sieht die größte Herausforderung offenbar in der rasch fortschreitenden Entwicklung mobiler Anwendungen im Alltag. Sie führte dazu, dass die Business-App „Lebenschecker“, die den Vermittler im Verkaufsgespräch durch Einbindung des Kunden mittels haptischer Elemente unterstützen soll, bereits drei Jahre nach ihrer Einführung aktualisiert werden musste.

Mobile Computing: Banken machen es vor

Auch Banken und Sparkassen stehen vor der digitalen Herausforderung. Denn der Wandel vom klassischen Bankkunden hin zum Online-affinen Anwender hält ungebrochen an. Es geht also um die clevere Verknüpfung von Mobile-Banking, Online-Banking  und Filialgeschäft. Finanzinstitute müssen mit Banking-Apps den Bedürfnissen der technikaffinen Digital Natives gerecht werden, halten aber gleichzeitig ihren Filialbetrieb aufrecht, um ältere Kunden nicht mit zu viel Technik oder gar zu wenig Personal zu verschrecken.

Herausforderung Datenschutz und Datensicherheit

Sicherheit betrifft alle! Die letzten beiden Jahre waren geprägt von spektakulären Datendiebstählen und Cyberangriffen. Gefahren aus dem Netz sind ernst – auch wenn die Öffentlichkeit diesbezüglich schon abgestumpft zu sein scheint.

Die Digitalisierung hat Auswirkungen auf unsere Privatsphäre und die Sicherheit unserer Daten. Da immer mehr Daten gesammelt, miteinander verknüpft und verfügbar sind, ist die wohl größte Herausforderung der Digitalisierung die Gewährleistung der Datensicherheit und die Einhaltung des Datenschutzes. Allein die rechtlichen Rahmenbedingungen können eine Speicherung von Daten sowohl erforderlich machen als auch einschränken. Daneben müssen hochgradige Verschlüsselungstechnologien entstehen und ein qualifiziertes Zugriffs- und Berechtigungsmanagement definiert werden – nicht nur, aber vor allem, was personenbezogene Daten angeht. Denn nehmen wir an, Sie würden gelegentlich zu schnell fahren. Es wäre Ihnen vermutlich gleich, was Ihr Autohersteller von Ihren Geschwindigkeitsüberschreitungen halten würde und ob sie Aufschluss darüber gibt, ob Sie Freude am Fahren haben. Wie das die Polizei allerdings sehen würde, wäre Ihnen aber bestimmt nicht egal…

Fazit

Die digitale Transformation ist der bedeutendste Wandel für die IT, unseren Arbeitsalltag, für Wirtschaft und die Gesellschaft. Jedes Unternehmen und jede Branche ist davon betroffen. Unternehmen, die diese Entwicklung heute verschlafen, werden morgen nicht mehr erfolgreich sein. Jetzt heißt es: Effektive Zukunftsstrategien entwickeln und digitale Geschäftsfelder erschließen.

Welche Meinung haben Sie zum Thema Digitalisierung? Wie bewerten Sie die Auswirkungen auf Ihren Geschäftsalltag? Ich freue mich auf Ihre Kommentare.

geschrieben von: Andreas Richter

Andreas Richter

Andreas Richter ist Mitglied der Geschäftsleitung bei GBS und verantwortet die weltweite Marketing- und Produktstrategie. In seiner Arbeit verknüpft er umfassende Marketing-Expertise mit einem breiten Know-how in Bereichen wie IT-Sicherheit, E-Mail-Management, Collaboration, Social Business, Cloud und Compliance.

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