Digitalisierung und moderne IT-Infrastrukturen: Da geht noch was!

In deutschen Firmen herrscht Modernisierungsstau

IT-Infrastrukturen Ohne moderne IT-Infrastrukturen kann die Digitalisierung in deutschen Unternehmen nicht gelingen. Aber das allein genügt nicht, denn die digitale Transformation macht auch eine Neupositionierung der Data Center in der Service Delivery von Organisationen notwendig.

Die jetzt veröffentlichte IDC-Studie „Next Generation Data Center in Deutschland 2018“ stimmt da nachdenklich: Aufgrund von Modernisierungsstau stockt die digitale Transformation in deutschen Unternehmen. Fast Dreiviertel (73 Prozent) von ihnen haben Nachholbedarf. Das wirf Fragen auf, beispielsweise warum viele Unternehmen die Modernisierung ihrer Data Center nicht nachhaltig genug verfolgen und sich mit ineffizienten, teuren und unsicheren IT-Infrastrukturen begnügen?

Im heutigen Artikel sehen wir uns die Antworten und Ergebnisse der IDC-Befragung unter IT-Entscheidern deutscher Unternehmen genauer an.

Überblick: Der Nachholbedarf ist groß und die Zeit drängt

IT-Infrastrukturen Der Modernisierungsstau hat Folgen für den operativen Betrieb: In den vergangenen zwölf Monaten verzeichnen 78 Prozent der Studienteilnehmer Downtimes oder Einschränkungen bei der Bereitstellung von Services. Zwar haben viele Firmen in den letzten Jahren Investitionen in ihr Data Center getätigt, die Vorlaufzeit für die Bereitstellung von IT-Ressourcen ist jedoch zu lang und bremst die Weiterentwicklung von Geschäftsmodellen im Rahmen der digitalen Transformation aus.

Es ist also höchste Zeit, dass deutsche Unternehmen reagieren und ihre IT-Infrastrukturen und IT-Architektur überarbeiten. Dass dabei eine Menge Arbeit auf Unternehmen zukommt, zeigen die hierfür notwendigen To Do´s: Laut IDC müssen sie zum Einen die umfassende Visualisierung von Server, Netzwerk und Storage vorantreiben, zum Anderen aber auch die Nutzung von Software Defined Infrastructure, Container, konvergente und hyperkonvergente Lösungen sowie Composable IT. Das sind eine Menge Aufgaben, die da im Pflichtenheft stehen.

Das Rechenzentrum von Morgen verknüpft zudem interne IT-Umgebungen und externe IT- und Businessressourcen zu einer einheitlichen Business Delivery Plattform. Dazu gehören Cloud-Plattformen, Multi Clouds, Colocation Services und Business-Netzwerke. Die meisten Firmen sind davon noch weit entfernt, trotzdem ist IDC davon überzeugt, dass Software-Defined-Infrastrukturen (SDI), hyperkonvergente Lösungen und Composable IT die Rechenzentren auch hierzulande revolutionieren werden. Dafür müssten IT-Verantwortliche am besten schon gestern damit begonnen haben, ihre starren IT-Ressourcen zu flexibilisieren. Die Zeit drängt!

Zu teuer, zu silohaft, zu unsicher: Problem erkannt

Immerhin: Die IT-Entscheider wissen genau um das entscheidende Hindernis der IT-Infrastrukturen in der Digitalisierung. Für mehr als ein Drittel der Befragten (37 Prozent) stehen eine höhere Effizienz und Effektivität der IT-Ressourcen ganz oben auf der Agenda.

IT-Infrastrukturen
Doch der Betrieb von Rechenzentren ist zu teuer und Kosteneinsparungen zählen für 34 Prozent der Befragten zu den wichtigsten Prioritäten. Hierzu räumen zwar auch die Analysten von IDC ein, dass Investitionen in Next- Generation-Data-Center-Technologien erst einmal hoch sind. Jedoch zahlen sich diese Ausgaben durch erhöhte Automatisierung, geringeren Wartungsaufwand und weniger manuelle Tätigkeiten mittel- bis langfristig wieder aus. Hinzu kommt, dass sich mit der Migration von IT in Multi Clouds und Colocation Services letztendlich auch die Kapitalkosten in Betriebskosten wandeln.

Letztendlich halten moderne IT-Infrastrukturen und automatisierte Prozesse den IT-Betrieb auf einem deutlich sichereren, weniger störanfälligen Niveau. Das ist wichtig, denn gut Dreiviertel der befragten IT-Entscheider (78 Prozent) mussten in den letzten 12 Monaten Downtimes bzw. Einschränkungen bei der Bereitstellung von Services verzeichnen. Als Gründe nannten sie Technologieausfall, Fehlentscheidungen oder Hackerangriffe.

Software Defined Infrastructure: Die Grundlage zur Flexibilisierung

IT-Infrastrukturen Der Weg zum Next-Gen-Datacenter führt neben einer Virtualisierung der Infrastruktur nicht vorbei an Software Defined Infrastructure (SDI) als Lösungsansatz zur Flexibilisierung und Automatisierung von Data Center Ressourcen. Schließlich ist Software-Defined-Technologie eine entscheidende Komponente für hyperkonvergente Lösungen. IDC bringt es in ihrer Studie auf den Punkt: „Sie liefert essentielle Funktionalitäten wie etwa die dynamische Bereitstellung von IT-Infrastrukturen, Flexibilität und Skalierbarkeit, einfaches Management sowie Ressourcen und Kostenoptimierung, ohne die eine Modernisierung von Datacentern nicht möglich ist“.

Dem ist nichts hinzuzufügen – außer ein paar Zahlen: 44 Prozent der Befragten versprechen sich eine bessere Auslastung der IT-Ressourcen, sofern die Lösungen auf die jeweiligen Business-Anforderungen zugeschnitten sind. 27 Prozent der IT-Abteilungen planen, ihre Server-Infrastruktur durch eine hyperkonvergente IT-Infrastruktur abzulösen, 26 Prozent der IT-Abteilungen wollen ihr Speichernetzwerk bzw. Storage-Area-Network durch eine hyperkonvergente Infrastruktur ersetzen.

Neben den oben genannten Vorteilen stehen die befragten Unternehmen allerdings auch vor etlichen Herausforderungen: Ein knappes Drittel (31 Prozent) der Befragten sieht die Komplexität als größtes Hindernis, weiteren 26 Prozent fehlt es an Wissen über SDI und für ein Fünftel ist die Technologie noch nicht ausgereift. Aus Sicht von IDC müssen Anbieter hier nachbessern und beispielsweise mit Best-Practice und Anwendungsfällen überzeugen.

Per Multi-Cloud zum Next-Gen-Datacenter

IT-Infrastrukturen Ohne Cloud-Computing und Provider-Services geht es nicht im Next-Gen-Datacenter. Dessen sind sich auch die deutschen Unternehmen bewusst: Immerhin 88 Prozent von ihnen verfügen bereits über eine Cloud-Strategie. Soweit so gut – denn die parallele Nutzung von Cloud-Diensten und -Plattformen mehrerer Anbieter – so genannte Multi-Clouds – steckt hierzulande noch in den Kinderschuhen. IDC erwartet jedoch die Entwicklung eines neuen Cloud-Deployment-Modells.

Aber zurück zur Multi-Cloud: Die Studie zeigt, dass Unternehmen hier ganz unterschiedliche Ansätze verfolgen: Während 37 Prozent unter der Multi-Cloud die Zusammenarbeit mit einem oder zwei strategischen Cloud-Providern verstehen, um den Managementaufwand gering zu halten und hybride Clouds weiterzuentwickeln, bevorzugen 23 Prozent eine Art Brokermodell. Dabei muss der Provider Connectivity und Monitoring-Tools für die relevanten Cloud-Services anbieten.

So oder so: Deutsche Firmen planen laut IDC-Studie offenbar Investitionen. Eigenen Angaben zufolge wollen sie in den kommenden drei Jahren verstärkt in Lösungen für Monitoring, Modellierung, Analyse, Systemstabilität, Sicherheit, zur Überwachung von Performance- und Wartungs-SLAs sowie Systeme zur Automatisierung und Orchestrierung investieren.

Zukunftsmusik: Composable Infrastrukturen

IT-Infrastrukturen Die wachsenden Anforderungen an Agilität und Flexibilität zur schnelleren Provisionierung und Skalierung von Anwendungen und Infrastruktur können nach Einschätzung von IDC nur mittels so genannter Composable Infrastrukturen gestemmt werden. Diese nächste Technologiestufe erlaubt IT-Abteilungen die Transformation von statischen, unflexiblen Infrastrukturen hin zu einer Umgebung, die besser ausgelastet, agil und automatisiert und damit fit für die Digitalisierung ist.

Jedoch sind Composable Infrastrukturen derzeit nur Zukunftsmusik: 80 Prozent der Befragten gaben zwar an, den Begriff zu kennen, allerdings haben sie verschiedene Vorstellungen die Bedeutung betreffend. Selbst in produktiven Umgebungen sind Composable Infrastrukturen noch nicht vorhanden – IDC sieht hier allerdings großes Potenzial für Anbieter, sich entsprechend aufzustellen.

Unternehmensstrukturen bremsen Digitalisierung

Lesetipp Überfordert Digitalisierung etablierte Unternehmensstrukturen? Dieser Frage ging das Analystenhaus Capgemini in seiner IT-Studie 2017 auf den Grund. Eine Zusammenfassung können Sie in diesem Blogartikel lesen.

Fazit

Die Modernisierung deutscher Rechenzentren hin zum Data Center der nächsten Generation hat gerade erst begonnen. Nach Einschätzung von IDC werden die IT- und Fachabteilungen damit in den kommenden drei bis fünf Jahren beschäftigt sein.

IT-Infrastrukturen Die meisten Unternehmen haben erkannt, dass sie ihre IT-Infrastrukturen umfassend modernisieren müssen. Dazu haben Anbieter bereits etliche innovative Technologien zu Lösungen entwickelt, die die meisten Anforderungen der Unternehmen abdecken. Bei der Umsetzung bzw. Einsetzung derartiger Lösungen müssen deutsche Unternehmen jedoch noch einen Schritt zulegen. Dort, wo die Modernisierung bereits in Gange ist, fahren die Unternehmen mehrgleisig: Der Einführung moderner Technologien wie konvergenten und hyperkonvergenten Lösungen, Software Defined Infrastructures und Container steht die verstärkte Nutzung von Cloud Services und Provider-Diensten gegenüber.

Insgesamt sieht IDC jedoch einen deutlichen Modernisierungsstau, was dazu führt, dass die digitale Transformation bei vielen Unternehmen nur stockend voran geht: Über 70 Prozent der befragten Firmen haben hier Nachholbedarf. Wer jetzt nicht seine starren IT-Ressourcen flexibilisiert, wird wohl in nicht allzu ferner Zukunft einen sicheren und reibungslosen IT-Betrieb in zunehmend offenen und heterogenen geschäftlichen Ökosystemen nicht mehr gewährleisten können.

geschrieben von: Diana Jensen

Diana Jensen

Diana Jensen ist Marketing Campaign Manager bei GBS. In dieser Position steuert sie die Media- und Kampagnenplanung im Print- sowie Online-Bereich. Sie trägt zusätzlich die redaktionelle Verantwortung für den GBS Blog und GBS Newsletter.

Abonnieren Sie den GBS Newsletter und erhalten Sie neue Artikel sofort in Ihre Mailbox!

Posted in:

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.