Der Arbeitsplatz von morgen am historischen Wendepunkt

Der „Arbeitsplatz der Zukunft“ in Zahlen

„Durch Arbeiten lernt man arbeiten.“ Friedrich Wilhelm der Große (1620 – 1688)

Der Arbeitsplatz von morgen ist ein Thema, das uns alle bereits seit einiger Zeit beschäftigt und uns wohl auch noch etliche Jahre begleiten wird. Von überall aus auf sämtliche Informationen zugreifen, flexible Arbeitszeiten, die Vereinbarkeit von Beruf und Freizeit – all das sind Schlagworte, die uns immer wieder unterkommen, wenn wir an den Arbeitsplatz der Zukunft denken.

Dabei gibt es nicht einmal eine feste Definition, was der „Arbeitsplatz der Zukunft“ eigentlich ist. Stattdessen wird für jede Position und Rolle eine individuelle Lösung gesucht, die sich effizient bereitstellen und steuern lässt. Dem einen reicht eine Software, der andere braucht eine umfassende Vision. Fakt ist: Die digitale Transformation beschleunigt das Thema. Organisationen, Technologien und Kulturen verändern sich gewaltig. Unternehmen und Arbeitnehmer stehen gleichermaßen vor komplexen und vielfältigen Anforderungen, die bei der Schaffung zukunftsfähiger Arbeitsplätze berücksichtigt werden müssen.

Arbeitsplatz von morgen Welche Herausforderungen das sind und wie Lösungsansätze aussehen können, dazu hat das Telekommunikationsunternehmen sipgate gemeinsam mit dem Umfrageinstitut IDG Research Services und weiteren Unternehmen die Studie „Arbeitsplatz der Zukunft” entwickelt. Befragt wurden 1.500 Unternehmen und Mitarbeiter zu ihren Vorstellungen über den Arbeitsplatz der Zukunft. Im heutigen Blogartikel haben wir Ihnen die – unserer Meinung nach – wichtigsten Ergebnisse des 76 Seiten umfassenden Papiers zusammengefasst.

Die Herausforderungen

Arbeitsplatz von morgen Der Arbeitsplatz von morgen wird als eine der wichtigsten Herausforderungen wahrgenommen. Er rangiert gleich hinter dem Dauerbrenner IT-Sicherheit und vor den klassischen Aufgaben Personal, Produktion und Vertrieb. Der Abstand zu Hype-Themen wie Analytics, Internet of Things und Industrie 4.0 ist überraschend groß.

Dabei steht und fällt nach Einschätzung von mehr als der Hälfte der befragten Unternehmen (52 Prozent) der Arbeitsplatz der Zukunft mit der IT-Infrastruktur. Die technologischen Herausforderungen, die sich daraus ergeben, sind vor allem die Sicherheit der Daten (51 Prozent), Security (47 Prozent) sowie die Betriebssicherheit (39 Prozent).

Der Status Quo

Auf dem Weg zum Arbeitsplatz der Zukunft sehen sich 20 Prozent der befragten Firmen als Vorreiter. 40 Prozent sehen ihre Entwicklung bereits weit fortgeschritten – der Rest steckt nach eigenen Angaben noch in den Kinderschuhen. Als Grund geben sie übergreifende Faktoren an: keine Strategie, keine passende Organisation und vor allem keine Priorität. Immerhin: 36 Prozent der befragten Unternehmen haben eine unternehmensweite Strategie zur Umsetzung neuer Arbeitsplatz- und Mobilitätskonzepte.

Die Investitionen in den Arbeitsplatz von morgen

In diesem Zusammenhang wollten insgesamt rund 80 Prozent der befragten Unternehmen in den kommenden zwölf Monaten in ihre Infrastruktur investieren, um flexibleres und mobileres Arbeiten zu ermöglichen. Ein Drittel von ihnen plant Investitionen für die gesamte Organisation, knappe 50 Prozent für einige Unternehmensbereiche. Lediglich 15 Prozent der Unternehmen wollen nicht in die Infrastruktur für den Arbeitsplatz von morgen investieren.

Verschiedene Sichtweisen

Arbeitsplatz von morgen 57 Prozent der befragten Unternehmen assoziieren mit dem Wandel in erster Linie Mobilität und Technologie. Das „Überdenken“ von Arbeitszeiten und Arbeitsorten folgt bei ihnen an zweiter Stelle (47,7 Prozent). Getrieben wird dies einerseits durch den Wunsch vieler Mitarbeiter nach Flexibilität, andererseits aber auch durch die Notwendigkeit zur Integration räumlich getrennter und nach Bedarf zusammengestellter Teams. Automatisierung, Robotics und Künstliche Intelligenz spielen mit rund 28 Prozent der Nennungen nur eine untergeordnete Rolle beim Stichwort „Arbeitsplatz der Zukunft“.

Mitarbeiter hingegen beschäftigt vor allem Arbeitszeitmodelle und wo sie in Zukunft arbeiten. Die Begriffe Home, Remote und Mobilität liegen in den Nennungen mit rund 79 und 73 Prozent weit vorne. Erst mit einigem Abstand folgt die verstärkte Nutzung technischer Möglichkeiten. Insbesondere einzelne technische Aspekte wie Devices und Cloud-Nutzung interessiert kaum. Für Mitarbeiter steht der Arbeitsplatz der Zukunft vor allem für Veränderung der Unternehmenskultur sowie neue Formen der Zusammenarbeit.

Mitarbeiter zwischen Wunsch und Wirklichkeit

Arbeitsplatz von morgen Zwei Drittel aller Arbeitnehmer wünschen sich flexible Arbeitszeitmodelle – und den standortunabhängigen Zugriff auf alle Daten. Tendenziell präferieren zwar die jüngeren Menschen flexible Arbeitszeiten für eine bessere Work-Life-Balance. Doch auch bei den über 50-jährigen Mitarbeitern liegt der Punkt unangefochten an der Spitze. Der Dienstwagen schafft hingegen gerade so die Fünf-Prozent-Hürde.

Neben der flexiblen Arbeitszeit dominieren vor allem technische Themen das Spitzenfeld, etwa zum Datenzugriff oder zur Netzwerkanbindung. Jedoch ist nur jeder fünfte Arbeitsplatz so, wie ihn sich die Mitarbeiter vorstellen: Vier von fünf Arbeitnehmer sitzen nach eigener Einschätzung noch nicht an einem Arbeitsplatz der Zukunft. Insbesondere gibt es einen Unterschied zwischen den Einschätzungen der IT und den eigenen Erfahrungen, was Stabilität und Performance der Netzwerkverbindung betrifft.

Kommunikation und Collaboration beim „Arbeitsplatz der Zukunft“

Arbeitsplatz von morgen Die gute Nachricht: Ein Großteil der Firmen, die Mobilität und Flexibilität fördern wollen, hat bereits notwendige Tools im Einsatz. Ob dies jedoch die optimalen Werkzeuge für den Einsatzzweck eines jeden Mitarbeiters sind, steht auf einem anderen Blatt.

Platz 1 der aktuell verwendeten Tools für die Zusammenarbeit belegt die gute alte Telefonkonferenz. Auch Workgroup-Lösungen sind etabliert. Video- und Web-Konferenzen bekommen ebenfalls hohe Werte beim Einsatz. Den größten Bedarf sehen Unternehmen bei den Punkten „Self Help“ und „Collaborative Reviewing“. Zum einen sollen die Mitarbeiter in die Lage versetzt werden, den grundlegenden Support selbst zu leisten – etwa abends oder unterwegs. Zum anderen geht es um die gemeinsame, gegebenenfalls auch zeitgleiche Arbeit an Business-Dokumenten, was über das reguläre Filesharing hinausgeht.

Klarer Sieger beim Bedarf in der Belegschaft ist das Online-Projektmanagement. Mit steigender Mitarbeiterzahl und IT-Budget der Organisation, wächst auch die Nachfrage nach derartigen Tools. Self Help ist unter Mitarbeitern ebenfalls gefragt – wohl um Probleme ohne den offiziellen Support lösen zu können. Interessant: Selbst Wikis „wären nützlich“. Dabei sind die in relativ vielen Organisationen bereits im Einsatz. Möglicherweise besteht hier also ein Optimierungsbedarf von Wikis der ersten Generation.

Risiken und Nebenwirkungen

Arbeitsplatz von morgen Viele Chancen, viele Hoffnungen – bei so viel Licht müssen wir auch über den Schatten sprechen: Welche Ängste haben Unternehmen und Mitarbeiter? Überraschenderweise sind die ersten drei Plätze in der Bewertung von Unternehmen und Mitarbeitern deckungsgleich. Sowohl bei Unternehmen als auch bei Arbeitnehmern liegt die Befürchtung, dass die Abhängigkeit von IT und Internetverbindung zunimmt, auf Rang 1. Während also die Angst überwiegt, phasenweise nicht mehr über das Internet arbeiten zu können, also offline und damit unproduktiv zu sein, wird gleichzeitig auf das Risiko der permanenten Verfügbarkeit als Erwartungshaltung der „Kunden“ verwiesen. Das wiederum bedeutet nichts anderes, als dass Beschäftigte den Arbeitsplatz der Zukunft nur dann als positiv empfinden, wenn sie sich auf die Connectivity verlassen können.

Ebenfalls große Sorge bereitet Mitarbeitern der anstehende Wandel der Arbeitszeitmodelle. Wünschen sie sich einerseits – wie oben erwähnt – flexiblere Arbeitszeiten, so stehen Befürchtungen im Raum, dass der Einzelne weniger Freizeit haben wird (Stichwort: mehr Selbstausbeutung) und Unternehmen Festanstellungen scheuen werden, um so das unternehmerische Risiko zu verlagern. Hinzu kommt die höhere Transparenz der eigenen Leistung durch neue Technologien.

Reichlich Potenzial: Einbeziehung von Beschäftigten

Arbeitsplatz von morgen Als wichtigstes Erfolgskriterium für die Transformation zum Arbeitsplatz der Zukunft gilt die frühzeitige und umfassende Einbeziehung der Mitarbeiter. Bei den Antworten von Unternehmen und Belegschaft zeigt sich, dass es an dieser Stelle noch viel Verbesserungspotenzial gibt. Nur ein knappes Drittel der Unternehmen (31 Prozent) informiert seine Arbeitnehmer regelmäßig über den Prozess der Transformation. Aber gerade, um Befürchtungen der Mitarbeiter bezüglich drohender Risiken aufzugreifen, ist eine umfassende Kommunikation notwendig.

Die Führungskraft von morgen

Abschließend noch ein Blick auf die Führungskraft von morgen. Nach Ansicht von 80 Prozent der für die Studie befragten Mitarbeiter sollen moderne Führungskräfte vor allem kommunikativ sein. Für 71 und 69 Prozent stehen Skills wie Teamentwicklung sowie Mitarbeiterorientierung ebenfalls ganz oben auf der Wunschliste. Hingegen landen Change-Management-Skills mit 36 Prozent und Kundenorientierung mit 35 Prozent als Kriterien für Führungskräfte im hinteren Drittel. Angesichts des anstehenden Wandels infolge der digitalen Transformation, durch die der Kunde in den Mittelpunkt rücken soll, sind die Werte überraschend niedrig.

Der moderne Arbeitsplatz der Zukunft

LesetippBereits 2015 veröffentlichten wir in unserem Blog einen Artikel über die Veränderung der Arbeitswelt durch Digitalisierung und Mobilität. Sieben Trends ließen sich erkennen, die wir Ihnen vorstellten. Diese können sie hier noch einmal lesen. Entscheiden Sie selbst, ob und aus welchen Trends bereits Realität geworden ist.

geschrieben von: Diana Jensen

Diana Jensen

Diana Jensen ist Marketing Campaign Manager bei GBS. In dieser Position steuert sie die Media- und Kampagnenplanung im Print- sowie Online-Bereich. Sie trägt zusätzlich die redaktionelle Verantwortung für den GBS Blog und GBS Newsletter.

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