App des Monats: Sicher kommunizieren mit Threema

PRISM & Co. ausgesperrt

Vertraulichkeit geht vor

Täglich werden über sogenannte Instant Messaging Dienste wie iMessage, WhatsApp oder die alt bewährte SMS Millionen von Kurznachrichten übermittelt. Dass hierbei private oder sensible Daten verschickt und gegebenenfalls auf Servern der Anbieter gespeichert oder abgefangen werden, ist vielen nicht klar. Das Thema der sicheren Kommunikation rückt jedoch durch den jüngsten Skandal rum um PRISM & Co. immer mehr in das Bewusstsein der Menschen.

Doch es gibt Wege, wie Sie Informationen, Bilder oder sogar Videos einfach und sicher mit Ihren Kommunikationspartnern austauschen können. Und selbst der Dienstanbieter hat keine Möglichkeit, die Nachrichten mitzulesen. Wie genau das funktioniert, möchte ich Ihnen heute mit unserer “App des Monats” vorstellen.

Threema: Echte End-zu-End-Verschlüsselung garantiert

Der Austausch von Informationen mit einem Smartphone über das mobile Internet ist bereits fester Bestandteil unserer Gesellschaft. Doch bekannte Messaging Dienste waren schon des öfteren wegen zahlreichen Sicherheitslücken in den Schlagzeilen. Ganz davon abgesehen wird das Thema Sicherheit und Verschlüsselung noch immer vom Großteil der Nutzer als mühsam und komplex angesehen.

Dass es auch anders geht, beweist der 29 Jahre alte Schweizer Entwickler Manuel Kasper mit seiner App Threema. Den Spagat zwischen Sicherheit und echter Benutzerfreundlichkeit zu schaffen, ist dabei die große Herausforderung. Dazu setzt die App auf eine intuitive Bedienung und Kopplung mit einer End-to-End-Verschlüsselung. Dadurch können Informationen weder vom Anbieter, noch von NSA & Co, sondern ausschließlich vom Absender und Empfänger gelesen werden. Somit steht einer sicheren Kommunikation, derzeit auf allen Smartphones mit Apple iOS und Android, nichts im Wege.

Benutzerfreundliche Installation

Threema App Bereits nach Installation und Starten der Smartphone App wird der Benutzer aufgefordert ein Schlüsselpaar, bestehend aus einem privaten und einem öffentlichen Schlüssel, zu erstellen. Das geht mühelos mit der typischen Wischbewegung auf dem Display und ist auch für den Einsteiger verständlich. Der mittels Statusanzeige veranschaulichte Prozess dauert nur wenige Sekunden und kann ohne mobilen Zugriff durchgeführt werden. Mit dem Schlüsselpaar eines Benutzers wird ebenfalls eine sogenannte Threema ID (besteht aus 8 Zeichen – Großbuchstaben und Zahlen) erstellt und permanent verknüft.

Mit Hilfe des öffentlichen Schlüssels des Empfängers und dem privaten Schlüssel des Senders wird beim Verschicken einer Information ein dritter Schlüssel errechnet. Dieser wird schließlich verwendet, um die jeweilige Nachricht zu entschlüsseln. Lediglich der Empfänger kann diese dann mit seinem privaten Schlüssel ermitteln. Zu keinem Zeitpunkt wird die versendete Nachricht unverschlüsselt auf den Servern von Threema abgelegt und kann somit von keinem Dritten gelesen werden.

Threema App Nach der erfolgreichen Erstellung des Schlüsselpaares kann automatisch nach weiteren Threema Nutzern innerhalb des eigenen Adressbuchs gesucht werden. Sowohl die übertragene E-Mail-Adresse als auch die Telefonnummer werden jedoch nicht auf dem Server gespeichert. Das ist ein großer Pluspunkt und gibt dem Anwender das Gefühl, dass seine Daten wirklich sicher sind.

Threema App Um der generierten ID ein persönliches Gesicht zu geben, können Anwender diese mit ihrer E-Mail-Adresse und Telefonnummer verknüpfen. Dies ermöglicht jedem Threema-Benutzer, der Sie als Kontakt in seinem Adressbuch abgespeichert hat, Sie als Kontaktperson zu identifizieren und verschlüsselte Informationen auszutauschen. Innerhalb den Einstellungen können Sie zu einem späteren Zeitpunkt das Empfangen von Nachrichten von anonymen Absendern verhindern.

Threema App Der Benutzername wird auf dem Smartphone Ihres Kommunikationspartners als Push-Benachrichtigung angezeigt. Ursprünglich eingetragen wird die bereits generierte ID. Ob Sie hier nun Ihren richtigen Namen, einen Spitznamen oder gar ein Pseudonym verwenden, ist ganz allein Ihnen überlassen. Wichtig ist nur, dass der Empfänger weiss, mit wem er kommuniziert.

Threema im Einsatz

Wie bei den bekannten Messaging Diensten iMessage oder WhatsApp können Sie auch über Threema die gängigen Standardfunktionen wie Informationen, Fotos oder Videos über das mobile Internet versenden, Bild 1. Bereits bei den Details der Kommunikationspartner wird schnell deutlich, dass sich Manuel Kasper intensiver mit dem Thema Sicherheit beschäftigt hat.

Unter Sicherheitsstufe wird jeder Absender in eine der drei vorgesehenen Stufen eingeteilt, Bild 2. Diese werden nicht an einer Verschlüsselungsstufe gemessen. Diese Maßnahme stellt ein Vertrauensmaß dar und verdeutlicht zugleich, dass die gespeicherten öffentlichen Schlüssel der Kontakte tatsächlich zu diesen gehören. Unter dem Reiter „Meine ID“ ist die mit Abstand sicherste Lösung zur Übertragung des öffentlichen Schlüssels gegeben: Das Einscannen über einen QR-Code, Bild 3. Hierbei erhält der Kontakt die absolute Sicherheitsstufe grün.

Fazit

Mit der Threema App wird die einfache und sichere Kommunikation im mobilen Internet möglich. Es spielt dabei keinerlei Rolle, ob Sie Nachrichten, Bilder oder Videos austauschen. Denn jede Übertragung wird sicher verschlüsselt und nur der Empfänger bekommt diese entschlüsselt angezeigt. Da Threema ein Lichtblick in die Komplexität der Verschlüsselung bringt und in Zeiten von PRISM & Co. ein weiterer Schritt zur sicheren Kommunikation darstellt, habe ich diese als “App des Monats” ausgewählt.

Ich wünsche Ihnen viel Spaß beim sicheren Kommunizieren!

Welche Erfahrungen haben Sie mit der mobilen Kommunikation? Nutzen Sie bereits Verschlüsselung? Ich freue mich auf Kommentare und weitere Anregungen.

geschrieben von: Sebastian Buchholz

Sebastian Buchholz

Sebastian Buchholz hat seine Ausbildung zum Bürokaufmann bei GBS absolviert und ist jetzt als Marketing Manager am Standort Karlsruhe tätig. In seiner Position verantwortet er die Planung und Durchführung von Events sowie die Marketingunterstützung für die Competence Center Security und Modernization.

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1 Kommentar

  1. Auch wenn Threema als sicher gilt, aus meiner Sicht wird kein Messenger jemals eine 100 % Sicherheit der eigenen Daten bieten und das sollte jedem Nutzer vor der Nutzung solcher Kommunikationsmöglichkeiten klar sein.

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