CeBIT – Eine Zeitreise durch die digitale Revolution

CeBIT – von der Schreibmaschine zur virtuellen Realität

Bald ist wieder CeBIT-time!

Die CeBIT wird in diesem Jahr 31. Mehr als drei Jahrzehnte voller digitaler Ereignisse, Meilensteine und Höhepunkte liegen hinter der ITK-Leitmesse. Geboren aus der Hannover-Messe, öffnete sie im März 1986 erstmals ihre Pforten. In den nächsten 30 Jahren wurden hier zahlreiche Innovationen und Trends geboren – und sie sollte sogar zum Schauplatz eines waschechten Konsolen-Kriegs werden. Kommen Sie heute mit auf eine Zeitreise durch die CeBIT-Welt.

Die Anfänge

Bevor wir mit den Highlights der CeBIT starten, wollen wir einen Blick zurückwerfen auf das Jahr 1957. Auf der Hannover-Messe wurde damals zum ersten Mal ein Gerät gezeigt, das zwar bewundert wurde, dem man aber dennoch keine Zukunft prophezeite. Die elektrische Schreibmaschine.

Von der Schreibmaschine zur virtuellen Realität In unserer Zeit, in der Maschinen schreiben und sprechen lernen und die Bedeutung von Bildern und Videos erkennen, mag das banal klingen – zumal die Maschine schon längst wieder aus unserem Alltag verschwunden ist. Damals war das neue Gerät aber eine große Sache, denn das Tippen auf mechanischen Schreibmaschinen war eine kräftezehrende Angelegenheit. So wie intelligente, selbstlernende Systeme heute Geschäftsprozesse vereinfachen und automatisieren, war die Erfindung der vollelektrischen Schreibmaschine ein wahrer Paukenschlag, der das Arbeiten in Büros grundlegend veränderte: Wo bis dahin der metallene Lärm der mechanischen Schreibmaschinen eher an Kesselschmieden erinnerte, zog das sanfte Klappern und Schnurren der elektrischen Buchstabendrucker ein.

Innerhalb der kommenden Jahre wandelte sich die als „Büroindustrie“ zusammengefasste Branche von einem Angebotsschwerpunkt der Hannover Messe zur größten Messe der Welt. Im Zuge der fortschreitenden Elektronisierung kam es vor allem in den 60er Jahren zu zahlreichen Highlights. Heinz Nixdorf beispielsweise stellte hier 1965 seinen legendären Universalrechner 820 vor.

Die Besucher- und Ausstellerzahlen sollten in den 70er und 80er Jahren derart anwachsen und die Messe an Bedeutung gewinnen, dass am 12. März 1986 der Bereich für Büro-, Informations- und Telekommunikationstechnik mit der CeBIT seine erste eigene Messe erhielt.

1986: Die erste CeBIT

Das Stichwort der ersten CeBIT lautet „Textverarbeitungssysteme“. Sie erleichtern die täglichen Büroarbeiten ungemein, denn sie vereinen viele Arbeitsgänge: Der von der Sekretärin geschriebene Brief kann beispielsweise jederzeit vom Chef auf dem Bildschirm aufgerufen und ergänzt werden. Außerdem kann die Sekretärin von ihrem Schreibtisch aus jetzt Telex und Telefax absetzen – zeitraubende Wege entfallen somit.

Im Bereich der Heimcomputer feiert der Amiga 1000 sein Deutschland-Debüt. Der Amiga revolutionierte den damaligen Computermarkt mit seinem für die Zeit bereits fantastischem 32-Bit Betriebssystem, einem 256 kB Arbeitsspeicher, einem 7,09 MHz Prozessor, einem 3,5-Zoll Disketten-Laufwerk, 2-Tasten-Maus und 14-Zoll Farbmonitor. Der Grundstein für den Siegeszug der Heimcomputer-Serie von Commodore war gelegt.

1987: Vorläufer von Laptop, Navi kommen auf den Markt

Auf die CeBIT nicht wegen der Computer, sondern mit dem Computer: Ein deutscher Unternehmer stellt 1987 das erste satellitengesteuerte Orientierungssystem für den Autofahrer vor.
Der Computer lieferte dem Fahrer alle relevanten geographischen Daten Europas und der Farbmonitor zeigte die Fahrtstrecke im Kartenausschnitt. Ganz richtig: Es handelt sich hier tatsächlich um den Vorläufer unserer heutigen Navis. In einer Ausgabe des „heute journals“ vom März 1987 hieß es übrigens: „Autofahren via Satellit: Hoffentlich wird da nicht zu kühn geträumt“.

Das war aber längst noch nicht alles an Innovationen: 1987 wurde auch das erste Mobiltelefon vorgestellt. Das ist noch stolze 760 Gramm schwer und ein Produkt der Nokia-Tochter Mobira. Darüber hinaus kommt die CD-Rom auf den Markt und Löwe zeigt das erste Schnurlos-Telefon.

Erste Gehversuche werden bereits beim Thema Smart-Home unternommen. Ingenieure stellen ein Gerät vor, das seinem Besitzer hinterher telefonieren, zwei Stunden lange Nachrichten aufzeichnen und per telefonischem Befehl das Licht oder die Zentralheizung anschalten konnte.

Unser Highlight jedoch ist der Compaq Portable III – der Vorläufer unseres heutigen Laptops. Allerdings muss man wohl eher von „Schlepptop“ sprechen, denn der tragbare Computer wiegt ganze neun Kilogramm. Immerhin: stoßsichere Festplatten mit einer 40 MB Speicherkapazität, eine abnehmbare Tastatur und ein 10-Zoll Plasmabildschirm ermöglichen das Arbeiten auch auf Geschäftsreisen.

Quelle: WhiteWidow16 – Youtube

1988: Deutsche Konkurrenz für Platzhirsch Microsoft

Microsoft bekommt ernsthafte Konkurrenz aus Deutschland. StarDivision stellt eine neue Version des bereits seit 1984 existierenden Textverarbeitungsprogramms StarWriter vor. StarWriter wurde vom deutschen Softwareentwickler Marco Börries entwickelt und zu einer vollständigen Office Suite ausgebaut. Im Jahr 1998 gab Börries StarOffice für den Privatgebrauch kostenlos zur Nutzung frei.

1989: Grundstein der Digitalen Fotografie gelegt

Sony stellt die Kamera ohne Film vor. Mit der SonyMavica haben die Japaner ein Gerät entwickelt, das Fotos direkt auf einer 3,5-Zoll großen Diskette speichert, um diese später auf dem Computer weiter zu verarbeiten.

Apple präsentiert mit dem Macintosh SE/30 seinen kompakten All-in-One Mac. Er gilt damals als bester Mac aller Zeiten – Apple ist da schon 25 Jahre alt.

1990: Die Pleite von Steve Jobs

Von gestern Auf der CeBIT 1990 stellt Steve Jobs, inzwischen hat er Apple verlassen und NeXT Computers gegründet, die NeXTstation vor. Mit Prozessoren von Motorola und einem selbst entwickelten Betriebssystem ist der Rechner technisch wegweisend und setzt auch in Sachen Design Maßstäbe. Die hohen Anschaffungskosten von mindestens 6000 Dollar sind der Hauptgrund, weshalb sich die NeXTstation nicht durchsetzt.

1991: Ein neues Netz für Deutschland

Mobilfunkanbieter D2 Mannesmann etabliert sich als ernstzunehmender Konkurrent zur Telekom. Das Mannesmann Mobilfunk Konsortium hat zuvor die Betreiberlizenz für das D2-Mobilfunknetz vom damaligen Postminister Christian Schwarz-Schilling erhalten. Das Jahr 1991 kann als Durchbruch angesehen werden, da nun das D2-Netz europaweit ausgebaut wird und es allein in Deutschland mehr als zwei Millionen Teilnehmer aufnehmen kann.

1993: Geburt eines Prozessors

Der berühmteste Prozessor der Welt erblickt das Licht der Welt: Intel Pentium. Der Intel Pentium-Prozessor mit 3,1 Millionen Transistoren und einer Taktrate von 60 MHz erscheint und ermöglicht erstmals die ernsthafte Nutzung von Multimedia Inhalten.

1994: Zeit für Apples erstes PDA und VoIP-Telefonie

Das Newton Message Pad, Apples erstes PDA, wird der Öffentlichkeit vorgestellt. Wirtschaftlich ein Desaster, kostete es dem damaligen CEO John Sculley das Amt und wurde von Steve Jobs nach dessen Rückkehr zu Apple eingestellt. Dennoch war das Newton Message Pad seiner Zeit voraus und bereitete den Weg für iPhone und iPad.

Die israelisch-Schweizer Firma Vocaltech führte zudem erstmals die VoIP-Telefonie mit kostenlosen Telefonaten nach Afrika vor.

1995: Deutschland-Premiere von Win95

Bill Gates stellt in Hannover mit viel Tamtam das Betriebssystem Windows 95 vor. Dank der neuartigen Benutzeroberfläche (inklusive Start-Button) schafft Microsoft ein Monopol in Sachen Betriebssysteme.

1996: DVD löst CD-Rom ab

Die DVD wird Nachfolger der CD-Rom. Die DVD ähnelt äußerlich einer Compact Disk, hat aber eine viel größere Speicherkapazität. Die mangelhafte beziehungsweise fehlende Unterstützung von USB durch die damals verbreiteten Betriebssysteme Windows 95 und Windows NT 4.0 führt dazu, dass der USB Stick zunächst nicht weiter auf dem Markt beworben wird. Der große Durchbruch folgt zwei Jahre später.

1998: Ein Stick sorgt für Ordnung

Der USB Standard sorgt ab sofort für Ordnung auf deutschen Schreibtischen: USB eignet sich für viele Geräte wie Massenspeicher (etwa Festplatten, Disketten, DVD-Laufwerke), Drucker, Scanner, Webcams, Mäuse, Tastaturen, aktive Lautsprecher, aber auch Dongles und sogar Grafikkarten und Monitore.

1999: Musik ohne Scheibe

Zur CeBIT 1999 zeigte Prozessor-Marktführer Intel sein neuestes Computer-Gehirn, den Pentium III-Prozessor. Er erreichte Geschwindigkeiten von satten 450 und 500 MHz.

Heute haben sie längst unsere Wohnzimmer erobert, 1999 aber waren Flachbildfernseher eine absolute Weltneuheit: Philips machte den Anfang und zeigte den Flat-TV mit einer Diagonale von über einem Meter. Zur gleichen Zeit wurde auch der erste MP3-Player vorgestellt: Der MPMan F10 war der weltweit erste in Serie gebaute tragbare MP3-Player mit internem Flash-Speicher.

Außerdem neu: Digitalkameras erreichen eine Auflösung von 2 Megapixeln, Bankgeschäfte können jetzt auch online abgewickelt werden und der Medienkonzern AOL kündigt eine Internet-Flatrate für Deutschland an.

2000: Bücher elektronisch lesen

Wer gern liest, aber ungern Bücher mit sich herumträgt, kann sich seine Schmöker nun elektronisch auf sein Lesegerät herunterladen: Nuvomedia stellt den ersten eBook Reader „Rocket E-Book Pro“ vor und ist damit Wegbereiter für Kindle & Co.

Und nicht zu vergessen: Windows 2000 feiert Deutschland Premiere. Bei dem Versions Update ging es vermehrt um Sicherheitsfragen in der drahtlosen Welt.

2001: Das Dotcom-Jahr

CeBIT Zeitreise Im Dotcom Boomjahr wird E-Commerce immer wichtiger. Die neuen PCs knacken mit ihren Prozessoren jetzt die Giga-Hertz Grenze. Außerdem werden Handys und PDAs internetfähig. Breitband wird genutzt, GPRS und UMTS sind die wichtigsten Neuerungen. Pioneer präsentiert die ersten halbwegs bezahlbaren DVD-Brenner. Zwar mit 1800 D-Mark noch immer teuer, liegt er aber deutlich unter dem im Vorjahr vorgestellten ersten Authoring-Brenner zum Preis von 10.000 D-Mark.

Gleichzeitig ist 2001 war das CeBIT Rekordjahr schlechthin: 830.000 Besucher stürmen auf das Messegelände – die Fahrt mit öffentlichen Verkehrsmitteln zum Branchentreff wird zur Qual und die Besucher schieben sich im Schneckentempo über die CeBIT.

2002: Der CeBIT-Eklat zwischen Sony und Microsoft

Das 7650 von Nokia ist das erste Handy mit integrierter Digitalkamera. Für 800 Euro plus Übertragungsgebühren konnten Anwender ihre Urlaubsschnappschüsse via MMS somit gleich an die lieben Daheimgebliebenen schicken.

In Erinnerung bleibt auch der CeBIT-Eklat: Auf Druck von Microsoft muss Sony seine Playstation 2 Geräte vom CeBIT-Stand demontieren, denn am Stand wird „gedaddelt“ was die Konsolen hergeben. Das allerdings ist offiziell nicht erlaubt. Microsoft hat übrigens gerade seine erste eigene Konsole, die Xbox, auf den Markt gebracht – die ausschließlich hinter Glas gezeigt wird.

2003: Sprachbegabte Hermine

Neuigkeiten rund um die kommende UMTS-Handygeneration, Mobilität und Breitbandkommunikation stehen im Vordergrund. Ein weiteres Thema war die Sprachsteuerung, wobei besonders Waschmaschine „Hermine“ Aufsehen erregte: Hermine ließ sich nicht nur per Sprache bedienen, sie assistierte auch mit Tipps zum Sortieren und zur Pflege der Wäsche.

Ebenfalls ein wichtiger Schwerpunkt waren die Bereiche IT-Sicherheit und Open Source. Außerdem wurden viele Lösungen rund um den Einsatz freier Software im privaten und geschäftlichen Bereich vorgestellt.

2006: Origami-PC von Microsoft und Intel

Unter der Bezeichnung Ultra-Mobile PC, der Origami-PC, lancierten Microsoft und Intel eine neue Geräteklasse von tragbaren Computern. Die Geräte der ersten Generation waren bereits vollwertige PCs, deren Betriebssystem Linux oder eine angepasste Windows XP Tablet-Edition war. Ultra-Mobile PCs waren leichter und mobiler als Notebooks, aber funktioneller als ein PDA. Sie wurden als Multimedia-Abspielgeräte oder Navigationssysteme angepriesen.

Dennoch: Anders als noch in den ersten Jahren der CeBIT liegt die Dynamik der Innovation nicht mehr bei der Hardware. Jetzt steht die Software im Vordergrund – und die zieht ins Web. Im Browser werden nicht mehr nur Texte und Bilder dargestellt – er dient als Plattform für immer komplexere Computerprogramme. Kein Wunder also, dass die CeBIT 2006 ganz unter dem Zeichen von Microsoft Office 2007 und Windows Vista stand.

Unter dem Motto „Digital Living“ gab es erstmals einen eigenen Schwerpunkt zur Unterhaltungselektronik. Das Thema hier: Das Zusammenwachsen von TV, PC und Internet sowie das hochauflösende Fernsehen HDTV.

Die CeBIT nach 2009 bis heute

Großer Trend 2016: Virtual Reality Brillen Seit 2002 ging die Zahl der Besucher und die der ausstellenden Unternehmen Jahr für Jahr zurück. 2009 wurde es dann merklich ruhiger – die aufregenden Neuerungen bleiben aus. Die CeBIT ringt immer stärker mit Konkurrenten wie der IFA in Berlin, dem Mobile World Congress in Barcelona und der CES in Las Vegas. Dort wurden inzwischen die ganz großen Weltpremieren gefeiert.

Es folgte 2014 mit der Hinwendung zum Business Kunden schließlich die erfolgreiche Neuausrichtung. Mit neuen Themen wie Smart Living, dem Internet der Dinge, Big Data, Cloud Computing und der fortschreitenden Digitalisierung bietet die CeBIT inzwischen ausschließlich Fachbesuchern eine Plattform. Und so stieg die Besucherzahl 2015 erstmals seit fünf Jahren wieder an. Der Anteil der Besucher aus Unternehmen mit bis zu tausend Mitarbeitern nimmt ebenfalls deutlich zu.

Global Conferences – eine Entdeckungsreise ins „Adventureland – Digital World“

Zufrieden zeigten sich die Veranstalter auch mit der Weiterentwicklung der Global Conferences. Und somit wird der internationale Kongress auf der CeBIT 2017 zum zweiten Mal auf Entdeckungsreise ins „Adventureland – Digital World“ und in virtuelle Realitäten gehen. Humanoide Roboter, künstliche Intelligenz, das Internet der Dinge, ja sogar das Leben auf dem Mars – alle Trendthemen der digitalen Welt werden in Halle 8 vom 20. bis 24. März von „digital people“, IT-Anbietern und -Anwendern, Internetfirmen und Investoren, Kreativen und Vordenkern gemeinsam diskutiert.

Enterprise Digital Arena

Auch bereits zum zweiten Mal findet die „Enterprise Digital Arena“ auf der CeBIT statt. Vom 20.-21. März werden in Halle 5 ausgewählte Experten und Praktiker über aktuelle Trends und Veränderungen für die Zusammenarbeit und Organisation in digitalen Unternehmen debattieren. Besuchen Sie uns, denn GBS diskutiert am Montag, den 20. März um 13:50 Uhr zum Thema: „Die Herausforderungen der neuen digitalen Arbeitswelt“ mit.

Erinnern Sie sich an die GBS-Stände der letzten Jahre?

GBS auf der CeBIT 2017

Lesetipp Sichern Sie sich Ihr kostenloses CeBIT-Ticket! Wir stellen Ihnen neue, spannende Möglichkeiten vor, mit der Sie den Weg in Ihre digitale Zukunft gestalten können. Beginnend bei der Automatisierung von Geschäftsprozessen, über die Absicherung der E-Mail-Kommunikation bis hin zur Integration von Cloud Szenarien: Ein Besuch an unserem Stand A30 in Halle 2 lohnt sich!

geschrieben von: Corinna Barth

Corinna Barth

Corinna Barth ist Marketing Managerin bei GBS. In ihrer Tätigkeit verantwortet sie das Messe- & Eventmanagement sowie die Produktkommunikation für den Bereich Messaging Security.

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